Der Deinerlinde Wochenbericht vom 5.5.2021

Was schreibe ich bloß?

Was schreibe ich bloß in diesem Wochenbericht, den ich üblicherweise am Mittwochnachmittag ins Internet stelle und am Donnerstagmorgen für die Bewohner und Bewohnerinnen ausdrucke und im Haus verteile? Noch liegen die Ergebnisse der PCR-Testungen nicht vor, noch wissen wir nicht, ob Quarantänen und Besuchsverbote aufgehoben werden oder nicht.

Jetzt weiß ich, wie es den Zeitungsmachern an Wahlabenden geht, wenn die Zeitung für den nächsten Morgen in den Druck muss, aber die Wahlergebnisse noch nicht vorliegen.

Also, soll ich es wie sie machen und so unverbindlich schreiben, dass es am nächsten Tag so oder so stimmt? Oder bin ich mutig und lege mich fest, auch auf die Gefahr hin, dass ich falsch liege?

Ich höre auf meinen Bauch und folge meiner Hoffnung! Ich will einfach hoffen, dass möglichst bald wieder Normalität einkehrt und Besuchsverbote und Quarantänen enden und schreibe mal über das, was dann möglich sein wird. Deshalb auch das Bild von der Boulebahn aus vergangenen Tagen.

Boule

In einem  kürzlich vom Präsidenten der Gesellschaft für Aerosolforschung veröffentlichten „offenen Brief“ gibt dieser Studienergebnisse wieder, die besagen, dass nur jede tausendste Ansteckung im Freien geschehe.

Frische  Luft, das fand schon meine Mutter, tut gut! Schon im vergangenen Jahr, als im Haus keine Angebote gemacht werden konnten, war unsere Boulebahn an der Kräuterschnecke die Rettung gegen Langeweile. Was damals nur vermutet wurde, gilt heute als gesichert. In Gottes freier Natur ist das Risiko einer Infektion vergleichsweise gering, deshalb braucht es nur noch gutes Wetter, um in die diesjährige Boulesaison einzusteigen.

Für alle diejenigen, die im letzten Jahr noch nicht im Haus lebten, sei kurz erklärt, worum es dabei geht.

Boule (gesprochen klingt es wie „Buhl„) nennen das Spiel die Franzosen, die Italiener nennen es Boccia und unter diesem Namen ist es auch durch den alten Adenauer bekannt geworden, der es mit Leidenschaft spielte. Die Deinerlinde teilt seit jeher diese Leidenschaft und so werden wir demnächst die derzeit noch mit einer Plane abgedeckte Boulebahn abdecken und fit für die neue Saison machen.

Gespielt wird in Zweierteams die gegeneinander antreten. Dabei gilt es, mit Stahlkugeln nach einer kleinen Holzkugel zu werfen und wessen Kugel dieser am nächsten rollt, hat gewonnen. Die Kugeln können sowohl im Stehen als auch im Rollstuhl sitzend geworfen werden.

Bei schönem Wetter werden wir uns künftig wieder Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstag, von 10.15 bis 11.00 Uhr und Mittwoch, Freitag und Sonntag um 16.00 Uhr, an der Boulebahn treffen. Spaß macht dabei natürlich nicht nur das Mitspielen, sondern ebenso das Zusehen. Höhepunkt der Boulesaison wird dann das gemeinsame Bouleturnier von Mitarbeitenden und Bewohnenden sein, die in gemischten Zweiteams gegeneinander antreten.

Na dann mal üben!

Wetterbericht

Na, nu? Ein Wetterbericht im Wochenbericht, wo eigentlich die Termine stehen sollten? Aber ja, schließlich findet sich ein solcher in jeder guten Zeitung und da wir derzeit noch nicht wissen, wann wir mit unseren Angeboten wieder beginnen können und somit hier auch keine Termine stehen können, gibt es mit gutem Grund hier einen Wetterbericht.

Der gute Grund ist, dass es gilt, in diesen Tagen das Beste aus Quarantäne und Besuchsverbot zu machen. Und das allerbeste ist, unsere schönen Gärten zu nutzen und die ergrünende Natur zu bestaunen. Schon im letzten Jahr erlebten wir, welch ein Segen unsere Gärten sind. Haben die meisten Pflegeheime meist nur eine Innenhofgarten und rund ums Haus oftmals nur einen trostlosen Grünstreifen, so bietet unser Haus Gärten in Hülle und Fülle, so dass auch bei Quarantäne von Wohnbereichen jedem ein eigener Garten zum Aufenthalt zur Verfügung steht.

Deshalb also nun der Wetterbericht für Sonntag, den 9. Mai.

Maronenhof: 23 Grad

Bauerngarten: leicht bewölkt

Garten am Fischteich: kein Niederschlag

Kräuterschnecke: mäßige Brise, gelegentlich Böen aus Süd

Garten vorm Waldviertel: 48 % Luftfeuchtigkeit

Garten hinter dem Obsthaus: Aussichten – warm aber unbeständig

Baustop am Backhaus

Auch die Arbeiten am Backhaus haben unter der Situation der letzten Wochen gelitten. Die Arbeiten kamen zum Erliegen, da sich die Baulöwen sozusagen im Home-Office befanden.

Damit ist auch der geplante Termin der Fertigstellung in weite Ferne gerückt. Anders als beim Berliner Flughafen, lagen dem aber zumindest keine Planungsfehler zu Grunde.

Immerhin haben wir inzwischen benötigte Baumaterialien geliefert bekommen, die Schamottsteine nämlich. Da ich sie bislang zwar vom Namen kannte, mich aber nun fragte, was es genau mit diesen auf sich hat, habe ich mal geforscht und folgendes gefunden:

Schamottsteine bestehen aus vorgebrannter Tonerde, die mit Kaolin versetzt ist, einem Material aus dem man auch Porzellan macht. Die Zutaten werden mehrfach gebrannt, gemahlen und unter hohem Druck zusammengebracht. So halten die Steine Temperaturen bis 1000 Grad Celsius stand, ohne die Wärme bemerkenswert abzuleiten.

Jetzt warten die Baulöwen nur noch, dass sie  endlich wieder an die Arbeit können.