Der Deinerlinde Wochenbericht vom 1.7.2020

Endlich wieder mal Musik

Friedhelm Dehne und Michael Beyer und ihre regelmäßigen Konzerte in der Deinerlinde gehören seit vielen Jahren zu den Höhepunkten im Deinerlinde-Leben. Ein Monat ohne ihre musikalischen Beiträge schien undenkbar und doch mussten wir nun über viele Monate darauf verzichten. Nun sind sie wieder da, wenn auch Corona-bedingt nicht im Haus musizierend, sondern in den Gärten und mit gehörigen Abstand zum Publikum. Friedhelm Dehne machte am 30. Juni den Anfang, zunächst vor der Tagespflege, dann vor dem Waldviertel und schließlich im Bauerngarten spielend. Auch wenn so vieles derzeit anders ist als sonst, war es doch wenigsten ein wenig wie immer. Nun warten wir sehnlichst auf Michael Beyer und wenn wir mehr Erfahrung mit Musizieren auf Distanz gemacht haben, werden wir auch wieder andere musikalische Freunde der Deinerlinde einladen, denn die verbleibenden Sommermonate und die Möglichkeiten, die unsere Gärten bieten, gilt es zu nutzen.

Ein Tag der Deinerlinde-Geschichte schreiben wird

„Dieser Tag wird Geschichte schreiben!“ So die Worte von Thomas Koß-Merrettig, als er die Männerunde begrüßte, die sich zum ersten Mal traf, um ein großes und zweifelsohne großartiges Projekt zu beginnen: Den Bau des Backhauses. Neun Bewohner der Deinerlinde und damit mehrere Jahrhunderte an Lebens- und Berufserfahrung fanden sich ein, um mit der Planung und der Arbeit zu beginnen. Weitere Männer waren verhindert, stehen aber ebenso für das Projekt bereit. Fachlich begleitet wird das Unternehmen von Holzgestalter Manfred Kraus-Schelle. Manfred Kraus-Schelle ist mit dem Haus eng verbunden. Von ihm stammen die Holzarbeiten in der Capella und die Holzobjekte im Maronenhof.

Das besondere an diesem Projekt: Wir wollen uns unser Backhaus nicht einfach „zusammenkaufen“, sondern alles was wir brauchen selber herstellen oder „herbei-organisieren“. Geplant ist, zunächst einen großen Holzkasten für das Werkzeug zu zimmern, das Fundament auszuschachten und zu gießen, Lehmziegel herzustellen, wo notwendig Metall zu schmieden, Fachwerk  zu erstellen und auszumauern und vieles, vieles mehr! Zurückgreifen können wir dabei auf das „Gewußt-Wie“ unserer Männer, die in ihrem langen Leben schon vieles auf die Beine gestellt haben. Und obwohl es tatsächlich erst einmal als Bauprojekt für die Männer gedacht war, kamen bereits beim ersten Treffen unentwegt neugierige Frauen vorbei, die dann immerhin mal gezeigt bekamen, wie man Bretter schleift.

Das Bild unten zeigt übrigens nicht, wie man vermuten könnte, wieder mal eine Reklamation an die Wäscherei, sondern die Stoffe mit denen die Bretter abgewischt wurden, die die Männer zuvor geölt hatten. Vor allem zeigt es aber, welchen Spaß wir miteinander hatten. Zu diesem Miteinander wird übrigens auch gehören, dass wir nach der Arbeit immer gemeinsam im Maronenhof essen und dabei die nächsten Schritte des Projektes besprechen. 1.7.2020 ein ganz besonderer Tag in der Geschichte der Deinerlinde!