Der Deinerlinde Wochenbericht vom 10.4.2024

Musik – Genuss

„Das war ein Genuss“, so die Reaktion einer Zuhörerin auf das zweite Konzert von Familie Crotty in der Deinerlinde und besser, als mit diesem Wort, ließe sich die Präsentation der hinreißend mehrstimmig  vorgetragenen und mit fünf wechselnden Instrumenten begleiteten Musikstücke aus fünf Jahrhunderten nicht beschreiben.

Dies soll Anlass sein, in diesem Wochenbericht die Musik zum Thema zu machen und zu fragen, welche Musik die Bewohnenden der Deinerlinde denn in ihrem Leben so am liebsten genossen haben und wie sie es früher mit dem Musizieren hielten.

Von der Tenne in die Disco

Musik ist sowohl zeitgebunden als auch zeitlos. Zeitlos sind bestimmte Werke, die auf Grund ihrer genialen Komposition zu Jahrhundertschlagern wurden. Ein frühes Beispiel dafür ist „Amazing Grace“. Eine Melodie, die wohl jeder im Ohr hat. Und den „Kanon in D-Dur“ von Johann Pachelbel kann man getrost als Jahrtausend-Schlager bezeichnen, denn auch wenn man den eigentlichen Kanon nicht kennt, so doch viele Lieder, die nach dessen Akkordfolge, die man „Pachelbel-Schema“ nennt, komponiert wurden, wie zum Beispiel „Let it be“ von den Beatles oder „Streets of London“ von Ralph McTell.

Andere Musik ist eher zeitgebunden zu verorten, erinnern wir uns an sie doch, weil sie zu einem bestimmten Zeitpunkt in unserem Leben eine bestimmte Rolle spielte: Das Lied, zum Beispiel, das wir mit unserer ersten Liebe in Verbindung bringen oder den ersten Tanzabenden damals auf der Tenne oder in der Disco, je nachdem wann wir geboren sind.

Fragen wir doch mal nach. Welcher Lieder waren für Sie prägend in ihrer Jugend?

Helga Brune, Jahrgang 1945: „Das war die Petticoatzeit. Wir hörten Peter Kraus. ‚Hello Mary Lou‘ und natürlich ‚Ein Schiff wird kommen‘, waren unsere Hits.“

Monika Traupe, Jahrgang 1944, erinnert sich: „Ich hörte Elvis, ‚Love me tender‘ und die ‚Bee Gees mit ‚Massachusetts‘ und auf der Waldbühne in Northeim habe ich sogar einmal Drafi Deutscher erleben dürfen, mit ‚Marmor, Stein und Eisen bricht‘.“

Uta Wedekind, Jahrgang 1953: „Mit 14 war ich in der Tanzstunde. Da war der Letkiss als Tanz zum gleichnamigen Lied modern. Musikalisch waren die ‚Beatles‘ in, aber auch ‚Let’s Twist Again‘.“

An dieser Stelle als Service der Redaktion die Schrittfolge des Letkiss, damit die Bewohner und Bewohnerinnen diese, ebenfalls schrittweise, den Mitarbeitenden beibringen können:

Erster Teil: Alle Aktionen mit dem linken Fuß

  • Linke Ferse diagonal vorwärts
  • Linke Fußspitze kreuzt rechten Fuß
  • Linke Fußspitze diagonal vorwärts
  • Linker Fuß schließen, Gewicht auf linken Fuß verlagern.

 

Zweiter Teil: Wiederholung gegengleich mit dem rechten Fuß

 

Dritter Teil: Die Sprünge

  • beidbeiniger Sprung nach rechts vorwärts
  • beidbeiniger Sprung zurück
  • Dreimal beidbeiniger Sprung rechtsherum

Ich freue mich schon auf die Bilder, die sich ergeben, wenn unsere Mitarbeitenden sich am dritten Teil versuchen. Die ersten beiden Teile lassen sich aber durchaus auch im Sitzen tanzen und eignen sich somit zur Zimmergymnastik. Versuchen Sie es doch mal.

Frau Wedekind erinnerte sich zudem an die schöne familiäre Praxis in der Adventszeit jeden Abend für eine Stunde Adventslieder zu singen.

Elke Missling, Jahrgang 1948: „Wir sangen: ‚Er hat ein knallrotes Gummiboot‘, von Wencke Myhre.“

Heinrich Wille, Jahrgang 1941: “ Die ‚Capri-Fischer‘ wurden rauf und runter gedudelt.“

Jürgen Giemann, Jahrgang 1953: „Ich liebte alle diese Kuschellieder. ‚Nights in white satin, von Moody Blues oder ‚San Francisco‘ von Scott McKenzie. Im Keller des Jugendheimes gab es damals eine Disco. Da hielt ich meine erste große Liebe bei ‚Hey Jude‘ von den Beatles in meinen Armen.“

Zeit für eine Klage

An dieser Stelle ist es Zeit für eine Klage. Zugegebenermaßen muss nicht jede großartige Musik auch singbar sein. Selbst einem Oberkirchenmusikdirektor dürfte es nicht gelingen Bachs ‚Toccata und Fuge in d-moll‘ vokal wiederzugeben. Aber die bleibenden Melodien des letzten Jahrhunderts lassen sich doch irgendwie alle singen und auf der Gitarre spielen. Die Musik die ich heute im Radio höre, ist oftmals derart mit Computer-erzeugten Effekten überfrachtet, dass auch die Interpreten selber sie nicht ohne technischen Aufwand unter der Dusche singen könnten. Und galt früher ein guter Schlagzeuger und ein guter Bassist als unbedingt notwendig für jede Band, kommt auch der Rhythmus heute als gleichförmiger „Brei“ aus dem Computer. Schade! Volker Lemke

Quer durch die Hitparade

Jede Musik hat ihre Zeit und jede Generation hat also auch ihre Musik. Die Musik eben, die prägt, wenn man 15 bis 20 Jahre alt ist und sie zusammen mit Freunden hört, dazu das Tanzbein schwingt oder sie mit der ersten Liebe in Verbindung zu bringen weiß.

Diesen, sich mit den Jahrgängen wandelnden, Hits werden wir am kommenden Mittwochvormittag, um 10.00 Uhr, im Forum nachgehen und uns zur Gitarre einmal durch die Hitparaden der Jahre 1955 bis 1974 singen. Von Catharina Valente bis zu den Beatles also.

Hausmusik

So wie es Familie Crotty heute praktiziert, man musiziert gemeinsam in der Familie, so war es auch bei manchem Bewohnenden. In der Familie von Frau Irmfried Thomas, Jahrgang 1926, wurde mit Violine, Mund-  und  Ziehharmonika Musik gemacht. In der Familie von Frau Gertrud Krane, Jahrgang 1929, war kein Geld übrig für Instrumente. Kein Wunder bei 10 Kindern. Dafür aber sang man eben gemeinsam und kam zusammen mit den Eltern so auf einen stattlichen Chor. Ihr Lieblingslied: „Es waren zwei Königskinder.“

Auf ein Drittes

Auch beim Kartoffelclub am Montagvormittag war das Konzert vom Sonntag noch Gesprächsthema. „Die waren einfach Klasse“, fand eine Kartoffelschälerin. „Nein“, widersprach Frau Brune. „Die waren zweifach Klasse, schließlich waren sie ja nun schon zum zweiten Mal da.“ Stimmt! Und im Juli oder August plant Familie Crotty ihren nächsten Auftritt. Wir freuen uns schon darauf.

Termine für die Woche vom 15. bis 21.4.2024

Montag:

10.00 Uhr – Forum: Gymnastik

11.00 Uhr – Forum: Kartoffelclub

16.00 Uhr – Forum: Kreativgruppe

16.15 Uhr – Capella: Klingende Capella

Dienstag:

09.45 Uhr – Gartenzimmer: Hausorchester

10.00 Uhr – Café: Ratestunde

11.00 Uhr – Forum: Kartoffelclub

16.00 Uhr – Forum: Konzert Friedhelm Dehne

19.00 Uhr – Forum: Vortrag W.W.Funcke

Mittwoch:

10.00 Uhr – Forum: Konzert „Die Hits der 50er- bis 70erJahre

14.30 Uhr – Heidelbeergasse: Hörgeräteprüfung

16.00 Uhr – Forum: Bingo

Donnerstag:

10.00 Uhr – Café: Lesestunde

11.00 Uhr – Forum: Kartoffelclub

16.00 Uhr – Forum: Gymnastik

Freitag:

ab 8.30 Uhr – Wohnbereiche: Marktwagen Deinerlinde

10.30 Uhr – Capella: Wochenschlussandacht

11.00 Uhr – Forum: Kartoffelclub

Samstag:

11.00 Uhr – Forum: Kartoffelclub

14.00 – 17.30 Uhr: Café Deinerlinde

15.30 Uhr – Forum: Tanztee

Sonntag:

14.00 – 17.30 Uhr: Café Deinerlinde