Der Deinerlinde Wochenbericht vom 17.02.2021

Wir sind geimpft!

Dienstag, 16. Februar 2021. In der Deinerlinde wird geimpft. Das Datum ist Zufall aber doch bemerkenswert: In drei Wochen werden die Bewohnenden ein zweites Mal geimpft und eine Woche später ab dem 16. März, dürfen sie mit dem vollen Impfschutz rechnen. Am 16. März 2020, also dann vor genau einem Jahr, begann das so schmerzliche Besuchsverbot für Altenheime zum Schutz vor der damals noch beginnenden Pandemie. Ein Jahr wird hinter uns liegen, das uns allen viel abverlangt hat.

Nun, mit den Impfungen, gibt es Hoffnung  auf ein wenig mehr Normalität für alle in vielleicht wenigen Monaten und weitreichenden Schutz schon in wenigen Wochen für die Geimpften.

Einen großen Dank möchte die Deinerlinde dem Impfteam der Johanniter-Unfallhilfe und dem Arbeiter-Samariterbund aussprechen, ebenso den begleitenden Impfärzten Frau Dr. Schumann und Herrn Dr. Steigerthal. Letzterer lies sich übrigens in einer Pause die Capella zeigen und war von der Atmosphäre des Ortes beeindruckt.

Können wir beruhigt sein?

Wir, die Leitungsrunde der Deinerlinde, sind es derzeit nicht, auch wenn wir nun geimpft sind.

Nach der ersten Impfung dauert es noch drei Wochen (Bewohnende) bzw. neun Wochen (Mitarbeitende) bis zur zweiten Impfung und dann nochmals mindestens eine weitere Woche, bis sich der volle Impfschutz aufbaut.

Mindestens in den nächsten zehn Wochen sind wir nicht aus der Gefahrenzone und es gibt eine ganze Reihe von Pflegeheimen, in denen es nach der ersten Impfung noch zu massiven Covid-19-Ausbrüchen kam.

Deshalb unsere große und dringliche Bitte an alle Bewohnenden, alle Angehörigen, alle Mitarbeitenden: Lassen Sie uns in den letzten Wochen der Gefahr, die noch vor uns liegen, alles tun, um so viel Sicherheit wie möglich zu wahren.

Und das heißt vor allem: Testen, testen, testen … und zwar täglich!

Und lassen sie uns natürlich auch weiterhin nicht nachlässig werden, was die bekannten Regeln angeht, die weiterhin gelten: Abstand, Maske, Lüften, Kontaktreduzierung!

Wir alle sind Coronamüde. Wer müde ist, das weiß jeder Autofahrer, neigt dazu Fehler zu machen und sich und andere in Gefahr zu bringen.

Also: Zehn Wochen noch wachsam sein! Dann können wir uns hoffentlich ein wenig entspannen.

Termine für die Woche vom 22. bis 28. Februar 2021

Montag:

10.00  Uhr – Bingo

11.15 Uhr – Kartoffelclub

16.00 Uhr – Curling

Dienstag:

10.00 Uhr – Gymnastik

11.15 Uhr – Kartoffelclub

16.00 Uhr – Curling

Mittwoch:

10.00 Uhr – Baulöwen

11.15 Uhr – Kartoffelclub

Donnerstag:

10.00 Uhr – Kegeln

11.15 Uhr – Kartoffelclub

16.00 Uhr – Gymnastik – Frau Berger

Freitag:

ab 9.00 Uhr – Marktwagen

10.00 Uhr – Ratestunde

11.15 Uhr – Kartoffelclub

Was ist „Aufklärung“?

Als vierzehnjähriger dachte ich „Aufklärung“ sei die Unterrichtsstunde, von der mein Biologielehrer so einen großen Bammel hatte und auf die wir Jungs uns schon so freuten.

Als sechzehnjähriger lernte ich – allerdings von meinem Geschichtslehrer – das „Aufklärung“ die geschichtliche Epoche war, die man auf deutsch auch das „Zeitalter der Vernunft“ nannte.

In ihr entstand das moderne Europa: Demokratie und Rechtsstaat, ebenso wie sensationeller wissenschaftlicher Fortschritt.

Letzterer brachte uns nicht zuletzt auch Internet und Smartphones mit denen heute nahezu jeder, der nicht hochbetagt ist, auf Ebay kauft oder bei Amazon bestellt.

Im Internet und mit dem Smartphon kann man sich problemlos bei den Fachinstituten oder renommierten Presseorganen mit großen Wissenschaftsredaktionen zum Thema Covid-19 oder Impfstoffe informieren:

Robert-Koch-Institut,

Bundesgesundheitsministerium,

Paul-Ehrlich-Institut

Deutscher Ethikrat

Spiegel-, Zeit- oder Süddeutsche-Online.

Aufklärung definierte Emmanuel Kant so: „Aufklärung ist der Aufbruch aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit:“

Selbstverschuldet, sagt er, sei die Unmündigkeit, wenn man sich informieren und eigene Gedanken machen könne, es aber lieber anderen überlässt und sich deren Meinung zu eigen macht:

Die Bildzeitungs-Schlagzeile,

das Pausengerücht,

die Facebook-Blase.

Aufklärung heißt: Gerade, wenn ich Sorgen habe oder Ängste spüre, dann informiere ich mich aus möglichst vielen kompetenten und seriösen Quellen, denke nach, bilde mir mein Urteil und entscheide mich.

Aufklärung heißt: Die Vernunft steht über meinen Ängsten und entmachtet diejenigen, die mir Angst machen wollen.

Übrigens: Die Unterrichtsstunde meines Biologielehrers zum Thema „Aufklärung“ war vor allem deshalb so unterhaltsam, weil man sogar im abgedunkelten Raum, in dem er schematische Zeichnungen an die Wand projizierte, sah, dass sein Gesicht unnatürlich rötlich leuchtete.

Volker Lemke

Und nun?

Nun freuen wir uns erst mal, dass die Zeit des ungewissen Wartens auf die Impfung vorbei ist und wir nun, nach der erfolgten ersten, auch wissen in welchem Zeitfenster die zweite erfolgen wird.

Jetzt können wir uns wieder unserem Alltag widmen und der Frage, wie wir auch unter Pandemiebedingungen das Beste auch ihm machen.

Natürlich werden auch weiterhin vom Kartoffelclub Kartoffeln geschält, bauen die Baulöwen weiter am Backhaus, treffen wir uns distanziert und zahlenmäßig begrenzt zum Bingo, zur Ratestunde, dem Curling, dem Kegeln und der Gymnastik.

Mit dem tauenden Schnee und den in diesen Tagen so rasant steigenden Temperaturen können wir aber auch beginnen uns auf den Frühling zu freuen, der sich in diesen letzten Wintertagen schon zaghaft andeutet.

Sobald die Wege rund ums Haus gänzlich eis- und schneefrei sind, wird die Tür zum Garten am Fischteich wieder geöffnet, laden die Wege zu Spaziergängen ein, gilt es die ersten Schneeglöckchen zu entdecken.

Bald schon müssen erste Samen in die Erde um Pflänzchen vorziehen, beginnen erste Arbeiten in den Gärten, bald schon dürfen wir vom Frühling träumen.

Und davon, dass auch diese Pandemie ein Ende haben wird.