Der Deinerlinde Wochenbericht vom 23.9.2020

Was ist den nun eigentlich mit den Hühnern in der Deinerlinde, Herr Koß-Merrettig?

„Seit längerer Zeit, also genau genommen seit dem Frühjahr 2018, beabsichtigen wir wieder Hühner aufzunehmen. Wir hatten zu der Bauernhofwoche im Sommer 2013 ein Hühnerhaus mit entsprechendem Gehege errichtet. Fünf von sechs der damals bei uns lebenden Vorwerk-Hühner sind über die Jahre aus unterschiedlichen Gründen verstorben, so dass wir uns damals entschieden, das letzte Huhn in einen anderen Hühnerbestand abzugeben. Wir hatten uns daraufhin vorgenommen erst nach der umfassenden Baumaßnahme, die bis Ende 2017 andauerte, neu anzufangen. Dann ging so einiges schief!  

Mit dem Engagement eines Angehörigen wurde der Stall gereinigt und neu gestrichen und der Kontakt zum Geflügelzüchterverein aufgenommen. Die angedachten neuen Hühner wurden dann anscheinend aber durch einen Fuchs geholt – schade für uns, gut für den Fuchs. Im organisatorischen Abstimmungsprozess des Hauses blieb gleichzeitig dann die Beschaffung und der Einbau einer elektrisch betriebenen, witterungsgeführten Stallklappe hängen, so dass ein neuer Besatz an Hühnern dann für diesen Sommer 2020 vorgesehen war. Gerade in der Corona-Pandemie, so unsere Gedanken, wäre dieses sicher ein „Lichtblick“. Nun steckte diesen Sommer nicht der „Fuchs“, sondern der „Wurm“ drin. Nachdem der Hühnerstall zum Sommer mit einer witterungsgeführten Klappe, die sich selbständig schließt und öffnet, ausgestattet war, sollten eigentlich auch die Hühner kommen. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Das Hühner-Projekt stellt uns anscheinend vor eine ganz besondere Herausforderung.  Nachdem wir den Geflügelzüchterverein, der in das Projekt eingebunden werden sollte, nicht erreichen konnten und mit der Urlaubszeit danach weitere Zeit verloren haben, stellte sich bald heraus, dass der Sommer sich dem Ende neigt. Nun haben wir das Projekt für dieses Jahr beendet und beschlossen über die Winterzeit alle Vorbereitungen zu treffen, um im Frühjahr mit neuem Tatendrank zu starten. Es bleibt spannend!“

Der Sommer geht der Herbst kommt

Schön ist unser Bauerngarten eigentlich zu fast jeder Jahreszeit, besonders natürlich ab dem ersten Erblühen der Schneeglöckchen im Februar bis in den Sommer. Einen besonderen Zauber entfaltete er in den vergangenen wunderschönen Spätsommertagen und wird nochmals sein farbliches Kleid zum Herbst hin wechseln. Besonders das „Erröten“ der Sumpfeiche erwarten wir mit Spannung.

Letzte Arbeiten sind noch zu erledigen, immer noch lassen sich Früchte ernten, wie zum Beispiel Brombeeren.

Und auch wenn es Coronabedingt dieses Jahr kein gemeinsames Erntedankfest geben wird, so doch eine Erntekrone.

Zudem verstand es Herr Richter auch aus dem Äpfelschälen ein kleines Fest zu machen.

Backsteine gesucht!

Zunächst einmal machen wir uns unsere Steine ja selber. Lehmsteine nämlich, die wir vor allem benötigen, um unsere Gefache im künftigen Backhaus auszumauern. Trotzdem bedarf es auch einer ganzen Menge gebrannter Vollbacksteine, auch Klinker genannt, rund ums Bachkhausprojekt herum. Und dafür hätten wir gerne alte Steine zum Wiederverwenden. Und wenn Sie selber keine haben, schauen Sie doch mal unauffällig beim Nachbarn in den Schuppen…

Beim Anfertigen der neuen Steine aus altem Lehm werden wir zusehens kundiger und zudem entwickelt inzwischen jeder so seine eigene Technik. Wer es Zuhause selber mal ausprobieren möchte: Hier unser Deinerlinde Lehmsteinrezept.

  1. Bergen sie alte Lehmziegel aus einem alten Haus, möglichst mit Einverständnis des Besitzers.
  2. Geben Sie die Lehmziegel in einen Mauerkübel und fügen Sie je Stein 1L Wasser hinzu. Über Nacht saugen sie sich voll und zerfallen am nächsten Tag bei der Bearbeitung mit einer Gartenkralle fast wie von selbst.
  3. Pressen Sie den Lehm mit den Händen in eine nach oben wie unten offene, auf einem Holzbrett aufliegende, Holzform, wobei kleine Steine und das in den alten Steinen befindliche Stroh ausdrücklich willkommen sind. Sollte der Lehm Ihnen zu trocken erscheinen und beim Einstreichen in die Form leicht bröselig wirken, feuchten Sie einfach nur Ihre Hände ein wenig an.
  4. Haben Sie die Form bis zum oberen Rand unter ständigem Pressen gefüllt, rütteln Sie noch ein wenig an der auf dem Brett liegenden Form, damit der Lehm nicht am Brett kleben bleibt.
  5. Nun kommt der entscheidende Moment: Sie heben die Holzform an und geben ihr einen Ruck, der bewirken soll, dass der Lehm sich löst und aus der Form auf das Brett fällt. Dies tut er wie ein zäher Kuchenteig. Hat er die richtige Konsistenz löst er sich aber auch von den Rändern und nimmt auf dem Boden gelandet wieder eine rechteckige Form an.
  6. Brechen Sie mit einem Holz die Kanten auf der Oberseite etwas und drücken sie mit dem Holz den Stein gegebenenfalls noch etwas in Form.
  7. Jetzt müssen die Steine nur noch auf den Brettern an einen warmen und trockenen Ort verbracht werden, wo sie etwa eine Woche vortrocknen müssen, bevor man sie zur weiteren Trocknung durchaus schon mit etwas luftdurchlässigem Abstand voneinander stapeln kann.
  8. Nach zwei bis drei Monaten sind sie völlig durchgetrockenet und stehen für ihre Wiederverwendung bereit. Bis dahin, und erst recht ab dann, sorgen sie für ein wohltuendes Raumklima und beugen gerade bei trockener Heizungsluft Erkältungen vor, da sie hervorragend die Luftfeuchtigkeit regulieren.

Zudem gilt beim Lehm: Hat man keine Zeit oder keine Lust mehr den vorbereiteten Lehm zu Ende zu verarbeiten, lässt man ihn einfach im Kübel stehen und macht eben nächste Woche weiter. Und ist er über die Woche etwas zu trocken geworden, so macht man ihn problemlos mit etwas Wasser wieder geschmeidig. Gleiches sollten sie mit einem bereitgestellten Sack Zement beispielsweise auf keinen Fall probieren!

Die Boulebahn geht in den Winterschlaf

Von April bis eben heute war die Boulebahn an der Kräuterschnecke Anziehungspunkt wie noch nie zuvor. Nun wird sie abgedeckt, um sie vor der Witterung zu schützen und geht in den Winterschlaf. Herr Wille wird sie ein letztes Mal fegen. Was aber machen wir den nun den Winter über? Da hatten wir so eine Idee und warten auf eine besondere Lieferung aus den Niederlanden, die zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen schon die deutsche Grenze überschritten hat. Was für eine Idee ist das? Und taugt sie auch etwas? Darüber mehr nächste Woche.