Der Deinerlinde Wochenbericht vom 14.10.2020

Von der dritten Verordnung zur Änderung der Verordnung und einem Schuhladen

Artikel, die doch recht entschieden die persönliche Meinung des Autors wiedergeben, sollte man auch namentlich kenntlich machen und so halte ich es in diesem Fall auch, angesichts des Themas. Und das kommt zunächst einmal recht trocken daher, denn es geht um die „Dritte Verordnung zur Änderung der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ Sollten Sie die Verordnung nicht kennen, grämen Sie sich nicht: Wir kenne sie auch nicht. Trotzdem wird sie ab morgen auf Grund ihrer weitreichenden Konsequenzen in aller Munde sein. Und sie werden vermutlich in ihrer Tageszeitung lesen, dass Gesundheitsminister Spahn diese Verordnung heute Morgen unterschrieben hat und dass sie ab dem morgigen Donnerstag gültig ist und folgendes regelt: Pflegeheimen stehen üppige Mengen an Antigentests zur Verfügung, um auf Covid-19 zu testen.

Und nun zum Schuhladen. Mal angenommen, Sie lesen in derselben Tageszeitung, dass am morgigen Donnerstag um die Ecke ein neuer Schuhladen mit attraktivem und preiswertem Sortiment eröffnet, dann erwarten Sie zu Recht, dass er zum einen geöffnet hat und zum anderen Schuhe im Sortiment hat. Sie wären verblüfft und vermutlich auch verärgert, würde Ihnen der Inhaber des Geschäftes erklären, dass man bis gestern selbst nichts von der Eröffnung wusste, keine Ahnung hat woher man Schuhe bekommt und selbst wenn man sie hätte, es am Fachpersonal fehlte, sie zu verkaufen.

Seit ich vor einer Woche von dem Referentenentwurf zu obiger Verordnung las, habe ich täglich mehrfach versucht im Internet und natürlich bevorzugt auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums den Wortlaut zu finden. Vergeblich. So haben wir in unserer morgendlichen Leitungsbesprechung zur Corona-Prävention versucht, uns spekulierend auf etwas vorzubereiten, was keiner von uns kannte. Und Stand jetzt, 15.30 Uhr am Mittwoch, ist bislang im Internet keine Veröffentlichung dessen zu finden, was ab morgen gelten soll.

Sicher aber ist: Wir haben bislang keine Antigentests zur Verfügung, und wissen nicht auch nicht, wann sie kommen. Wir wissen nicht welche örtlichen Bedingungen gefordert sind und erst recht nicht, ob oder wie schnell wir sie schaffen können. Wir wissen ebenso nicht welche Qualifikation derjenige haben muss, der die Tests durchführt und wo wir ihn herbekommen.

Sicher also ist: Was auch immer ab Morgen gilt, wird ab Morgen so nicht gleich funktionieren. Sicher aber ist auch: Ab Morgen machen wir uns mit Hochdruck an die Arbeit und mit Sorgsamkeit an die Umsetzung, bis auf Weiteres gilt nach wie vor unsere Besucherregelung und wir halten Sie auf dem Laufenden.

Sollte eine leichte Infragestellung der Arbeitsweise des Bundesgesundheitsministeriums durchgeklungen sein, so seien Sie versichert: Meiner Tageszeitung vertraue ich weiter uneingeschränkt bezüglich der Eröffnung von Schuhläden und anderen Nachrichten.

Volker Lemke

Hätten Sie geglaubt, dass Sie jemals wieder mauern, Herr Meyer?

„Hätten Sie geglaubt, dass Sie jemals wieder mauern, Herr Meyer?“ Herr Meyer lacht bei dieser Frage und strahlt. „Nein, das hätte ich niemals gedacht.“ Aber er ist nicht der einzige Baulöwe, der sich im Rahmen des Backhaus-Projektes längst das eigentlich schon den Kindern übergebene eigene Werkzeug ins Altenheim geholt hat. Und nun mauert er. Ein wenig war es für ihn in den vergangenen Tagen wie damals im Beruf. Vormittags hat er die alten Steine geputzt, die er nun vermauert, dann eine kurze Mittagspause gemacht, nachmittags wieder Steine geputzt. Zusammen mit Herrn Ahrens wurden so in wenigen Tagen 600 Steine von Putz- und Zementresten befreit. Das Backhaus ist bislang ein Recycling-Projekt. Aus alten Lehmsteinen werden neue geformt, mit alten Ziegeln wird der Ofenunterbau neu gemauert.

Auch über die im Frühjahr fällige Bodengestaltung für das Backhaus und die Zuwegung wurde schon nachgedacht. Fände sich vielleicht jemand der „Katzenköpfe“ – Durchmesser 5cm etwa – übrig hätte oder auch kleine „Granitplättchen“, die sich mit Blick auf die Rollatoren und Rollstühle zu einer möglichst ebenen Bodenfläche verarbeiten ließen?