Der Deinerlinde Wochenbericht vom 13.4.2022

Verknotete Zunge

Will man jemand interviewen bedient man sich der Sprache und sprachlich bin ich komplett gescheitert beim Versuch, die Namen unserer drei neuen Mitarbeitenden aus Vietnam auch nur halbwegs richtig auszusprechen und kann nun ermessen, welche Schwierigkeiten sie beim Erlernen unsere Sprache gehabt haben müssen.

So haben wir uns also geeinigt, wie in Vietnam üblich, uns auf die am leichtesten auszusprechenden Vornamen zu beschränken, also statt Frau Thi Thuy Duong, Frau Thi Phuong Ngo und Herr Bao Ngoc Pham, bleibts bei „Thuy, Phuong und Bao“.

Frage: „Was brachte euch auf die Idee in Deutschland Arbeit zu suchen?“

Frau Phuong: „Eine Verwandte, die in Deutschland lebte und letztes Jahr verstarb, hat mich auf die Idee gebracht.“

Frau Thuy: „Bei mir war es ein Onkel, der in Berlin lebt und mir sagte, dass es in Deutschland einen Mangel an Pflegefachkräften gibt.“

Herr Bao: „Es war ein langer Prozess. Nach dem Abitur habe ich nur bei meinen Eltern zu Hause in der Landwirtschaft gearbeitet. Dann habe ich eine Reise nach Thailand gemacht und gesehen, wieviel neue Eindrücke man gewinnt, wenn man in ein anderes Land kommt. Das hat mich neugierig gemacht. Ich bin nach Deutschland gekommen, um neues zu entdecken, neues kennenzulernen. Und eine Tante in Hannover habe ich auch.“

Frage: „Es hat lange gedauert, bis ihr endlich das  Visum bekamt. Wie erging es Euch beim Warten?“

Herr Bao: „Das war eine sehr schwierige Zeit. Man bekam keine verlässlichen Informationen. Ich war mit dem Studium fertig, hatte aber keine Sicherheit, wie es weitergeht. Meinen Eltern habe ich versprochen: Falls es nach einem Jahr nicht geklappt hat, dann suche ich mir eine andere Arbeit in Vietnam.“

Frau Thuy: „Meine Mutter und mein Vater haben mich verstanden. Aber wenn ich mit meinen Freundinnen sprach, fragten die mich immer, wann ich den heirate, wenn ich schon keine Arbeit habe. Ein langes Studium und dann keine Arbeit, da gerät man unter Druck.“

Frau Phuong: „Meine Eltern haben mir gesagt, Du bist noch jung, geh ruhig ins Ausland. Motiviert haben mich auch Freundinnen, die hier in Deutschland sind. Die  haben mir so schöne Fotos aus Deutschland geschickt.“

Frage: “ Und wie geht es euch jetzt nach sechs Tagen im fremden Land?“

Frau Thuy: „Ich bin froh und glücklich. Die Wohnung, die ich mit Phuong bewohne, gefällt uns beiden so sehr. Und die Kollegen sind alle so nett und freundlich und helfen uns so viel.“

Frau Phuong: „Bloß das Wetter gefällt uns nicht so.“

(Das Interview hatte ich bei 3 Grad Außentemperatur und Graupelschauern geführt und Herr Bao hatte zuvor lachend erklärt, dass in Vietnam zu dieser Jahreszeit wegen der Hitze schon die Klimaanlagen laufen und dass er gewarnt worden sei, dass der Winter in Deutschland sehr gefährlich für die Fingergelenke wäre.)

Wie kommt man denn auf die Idee?

Frage: „Wie kommt man denn auf die Idee neue Mitarbeitende in Vietnam zu suchen?“

Martina Weitze: „Um die pflegefachliche Versorgung in unserem Haus für die Zukunft sicherzustellen, galt es angesichts des Fachkräftemangels neue Wege zu gehen. Wir waren anfangs sehr zögerlich, haben lange recherchiert und uns dann entschlossen, diesen Weg auszuprobieren.“

Frage: „Wie sah der Weg aus?“

Martina Weitze: „Zunächst mal haben wir einen Vertrag mit einer Agentur in Berlin geschlossen und konnten unter Zuhilfenahme eines Dolmetschers in mehreren Interviewrunden unter verschiedenen Kandidaten  auswählen und haben uns dann für die drei entschieden.

Frage: „Eigentlich gab es ja Hoffnung, dass sie schon im November kommen. Warum wurde April daraus?“

Martina Weitze: „Das war der deutschen Bürokratie geschuldet. Allein die Bezirksregierung brauchte sieben Wochen, um die Abschlüsse der drei zu bewerten, danach war die Ausländerbehörde dran, dann die Arbeitsagentur bis schließlich die deutsche Botschaft in Vietnam das Visum erteilte.“

Frage: „Nun sind sie da. Welchen ersten Eindruck haben Sie?“

Martina Weitze: “ Einen positiven! Sie sprechen besser deutsch als erwartet und verstehen schon vieles, wenn man langsam spricht und ich merke sie freuen sich auf die Arbeit in unserem Haus.“

Vietnam ist nach Brasilien der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt und so haben die drei auch, neben vietnamesischen Süßigkeiten, Kaffee als Gastgeschenk im Fluggepäck nach Einbeck transportiert.

Richtigstellung

Im letzten Wochenbericht haben wir behauptet, die Entfernung zwischen Da Nang in Vietnam und Hannover betrüge 1102 Km. Tatsächlich sind es 9161 Km. Zumindest, wenn man um um die Erde rum fliegt und nicht hindurch.

Flirten im Frühling

Um falschen Interpretationen vorzubeugen: Köchin Renate Scheider versucht keinesfalls Ente und Erpel an ihren Arbeitsplatz zu locken. Sie zeigt eher, wie Gastfreundlich die Deinerlinde ist, in der Hoffnung, dass aus dem Flirten der beiden vielleicht etwas dauerhaftes wird und wir, nachdem sie zueinander gefunden haben, darauf hoffen können, dass die Ente bei uns brütet.

Es wäre ja nicht das erste Mal. Mehrfach schon erblickten junge Entenküken das Licht der Welt im Garten am Fischteich und machten auf dessen Wasser erste Schwimmübungen. (Die Ente, die derzeit auf dem Wasser des Fischteiches zu sehen ist, ist übrigens nicht echt, sondern aus Plastik und dem Humor einer Bewohnerin geschuldet.)

Vor einigen Jahren hat eine Ente sogar direkt an der Hauswand neben dem Hauseingang gebrütet und acht Küken schlüpften dort schließlich. Als wir dann einen Namen für die  brütende Ente suchten, lautete der Vorschlag von Küchenleitung Claudia Thüne allerdings tatsächlich „Süß-Sauer“.

Wir haben sie damals dann aber doch lieber Paula genannt.

Termine

Achtung! Betrifft Samstag, den 16.4. – Uhrzeitentausch!

       10.00 Uhr      Forum                Osterklöben backen

       16.00 Uhr      Forum                Ostereier färben

 

Dienstag:

10.00 Uhr – Gartenzimmer – Ratestunde

11.15 Uhr – Forum – Kartoffelclub

16.00 Uhr – Forum –  Kegeln

Mittwoch:

10.00 Uhr – Maronenhof – Baulöwen

11.15 Uhr – Forum – Kartoffelclub

14.30 Uhr – Heidelbeergasse – Hörgeräteprüfung

16.00 Uhr – Forum – Bingo

Donnerstag:

10.00 Uhr – Café – Lesestunde

11.15 Uhr – Forum – Kartoffelclub

16.00 Uhr – Forum – Gymnastik

Freitag:

ab 9.00 Uhr – Wohnbereiche – Marktwagen

16.00 Uhr – Gartenzimmer – Curling

Samstag:

11.15 Uhr – Forum – Kartoffelclub

Sonntag:

16.00 Uhr – Gartenzimmer – Curling