Der Deinerlinde Wochenbericht vom 5.1.2022
Neues Jahr! Und nun?
Die Zeit hat etwas eigenartiges an sich. Sie kennt nur eine Richtung: Voran! Was einmal war, wird nicht mehr so sein. Was kommt, hat es so noch nie gegeben.
Das Haar auf den Köpfen der Männer wird mit der Zeit unweigerlich weniger – ich weiß, wovon ich rede, die Haare auf den Köpfen der Frauen mit der Zeit unweigerlich grau. Eine Ausnahme gibt es nur bei Frauen zwischen 50 und 60. Da wird ergrauendes Haar mitunter über Nacht blond, eventuell sogar mit grünen oder blauen Strähnen. Ein Phänomen, das sich bislang wissenschaftlich noch nicht wirklich erklären ließ.
Trotzdem gilt: Die Zeit kennt keine Kurven. Wir Menschen aber neigen dazu, die Zeit in sich wiederholenden Zyklen zu denken. Kein Wunder. Sagt unsere Erfahrung doch, das auf Frühling, Herbst, Sommer und Winter wieder der Frühling folgt. Der Rhythmus, in dem wir auf unser Leben schauen, ist der eines Jahres. Und an zwei Punkten des Jahres neigen wir dazu zurück- und vorauszuschauen. Ein solcher Punkt ist bei vielen Menschen der eigene Geburtstag. Ein gemeinsamer, zweiter Punkt, der Jahreswechsel. Wir bewerten das Jahr, das hinter uns liegt; wir versuchen zu erraten, was uns im kommenden Jahr erwartet.
Blicken wir in diesem Jahr zurück und voraus, so scheint sich die Zeit tatsächlich im Kreis zu drehen und sich das zu wiederholen, was schon mal war. Vor genau einem Jahr standen wir vor dem Beginn der dritten Coronawelle, heute gehen wir sicher davon aus, dass bald die fünfte und mächtigste beginnen wird. Alles also wie es war, nur schlimmer?
Nein! Vor einem Jahr noch waren wir der Epidemie schutzlos ausgeliefert. Heute sind wir in der Deinerlinde fast alle dreifach geimpft. Mit der dritten Impfung, so schätzt das Robert-Koch-Institut zusammen mit allen führenden Virologen derzeit ein, sind wir bestmöglich vor Impfdurchbrüchen und vor allem vor schweren Verläufen geschützt und würden selbst bei Kontakt mit der Omikronvariante des Virus, dieses kaum an Geimpfte weitergeben können.
Alles also gut? Keineswegs! Noch sind ein Viertel der Menschen in unserem Land nicht geimpft. Auch wenn die neue Variante wohl ungefährlicher ist: Allen die noch nicht ihre dritte Impfung oder noch gar keine Impfung haben, drohen weiterhin Erkrankung, eventuell Hospitalisierung und einigen auch in diesem Winter immer noch die Intensivstation. Oder um es mit Worten zu sagen, die der heutige Gesundheitsminister, Karl Lauterbach, sprach, als er noch nicht Minister war: „Am Ende dieses Winters werden die meisten Deutschen geimpft, genesen oder gestorben sein.“
Unsere Aufgabe in der Deinerlinde ist es also, das unsere zu tun, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, um möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich noch vor der fünften Welle „boostern“ oder zumindest erstimpfen zu lassen. Deshalb werden wir, trotz unseres hohen Impfschutzes in der Deinerlinde, auf große Zusammenkünfte, wie Gottesdienste, Konzerte, Tanztees weiterhin verzichten und weiterhin in unserem Testcontainer fleißig testen.
Hört das alles also nie auf? Doch! Da bin ich mir sicher. Vielleicht werden wir im Frühjahr nochmals eine Impfung bekommen müssen, die an die Omikronvariante angepasst ist. Vermutlich werden ältere oder kranke Menschen jeweils im Herbst mit der Grippeschutzimpfung eine Covid-19-Auffrischungsimpfung bekommen. Aber dann wird für Geimpfte, die Normalität zurück sein und Ungeimpfte werden sich in diesem und im nächsten Winter bei allem Risiko, das damit für sie verbunden ist, durch Erkrankung immunisieren. Was die Virologen dabei aber auch sagen ist: Wer die Omikronvariante diesen Winter überstanden hat, kann im nächsten trotzdem an der weiterhin grassierenden Deltavariante versterben.
Als Bürger und Bürgerinnen fragen wir uns auch, wie gut unser Land, wie gut unsere Politik diese Krise zu meistern verstand. Bei aller Kritik, die ich selber an der Behäbigkeit mancher Ämter, der Unflexibilität deutscher Bürokratie, der handwerklichen Unzulänglichkeit mancher Verordnungen hatte und habe, finde ich: Alles in allem hat sich die Politik in Deutschland bewährt und bemüht ihr Bestes zu geben und das war eben nicht das Schlechteste. Dass wir, anders als andere Länder, auf Grund der niedrigen Impfquote nicht so schnell wie sie wieder in die Normalität finden werden, ist letztlich nicht Versagen der Politik. Es ist Ergebnis unseres Handelns als Bürger und Bürgerinnen. Impfstoff und Impfzentren stehen bereit und warten auf Oberarme.
Was also machen wir, wenn wir zwar Licht am Ende des Tunnels sehen aber der Tunnel noch so fürchterlich lang zu sein scheint? Das, was wir die ganze Pandemie über getan haben: Das Beste draus! Am Montag Morgen scherzte ich beim Anblick des Kartoffelclubs: „Das Jahr ging zu Ende mit Kartoffelschälen, das Jahr beginnt mit Kartoffelschälen.“ Und Dagmar Termer ergänzte spontan: „Das Jahr ging zu Ende mit Eierlikör. Das Jahr beginnt mit Eierlikör“ und schwenkte dabei eine Flasche selbigen Inhalts. In diesem Wortgeplänkel verbirgt sich eine tiefere Wahrheit. All das, was das Leben ausmacht und lebenswert macht, ist uns ja möglich: Wir können zusammenkommen, dürfen unsere Kräfte zum Wohle der Gemeinschaft einbringen, können miteinander feiern, essen und trinken.
Tun wir’s also! Auch ohne die ganz großen Gemeinschaftsaktionen ist das Angebot gemeinsam am Tag etwas schönes zu erleben immer noch reichlich. Wir können uns ganz ohne Kontaktbeschränkungen in den Zimmern besuchen, in den Wohngruppen beim Essen verplaudern und bald auch wieder in den wunderschönen Gärten verlustieren.
Die Pandemie ist schlimm, aber ohne Zweifel: Die meisten von Ihnen haben im Leben schon schlimmeres erlebt.
Wenn ich zurückblicke und ausblicke, dann will ich es in Dankbarkeit tun. Ich danke einem türkischstämmigen Forscherehepaar, das sich mit Mut und Entschlossenheit, ohne die Gewissheit Erfolg zu haben, an die Entwicklung eines Impfstoffes machte. Und Erfolg hatte! Ich danke den Ärzten und Ärztinnen, den Pflegern und Pflegerinnen in unseren Krankenhäusern, dass es kein Land gibt, indem ich lieber ins Krankenhaus käme. Ich danke den Politikern und Politikerinnen, die ihr Bestes geben.
Frohes neues Jahr! Unbedingt!
Volker Lemke
Termine für die Woche vom 10. bis 16.1. 2022
Montag:
10.00 Uhr Gartenzimmer: Ratestunde
10.00 Uhr Forum: Kegeln
11.15 Uhr Forum: Kartoffelclub
15.30 Uhr Gartenzimmer: Spätsport
16.00 Uhr Forum: Kreativgruppe
16.15 Uhr Capella: klingende Capella
Dienstag:
10.00 Uhr Forum: Gymnastik
11.15 Uhr Forum: Kartoffelclub
16.00 Uhr Gartenzimmer: Curling
Mittwoch:
10.00 Uhr Forum: Kegeln
11.15 Uhr Forum: Kartoffelclub
16.00 Uhr Forum: Bingo
Donnerstag:
11.15 Uhr Forum: Kartoffelclub
16.00 Uhr Forum: Gymnastik
18.30 Uhr Gartenzimmer: Männerabend
Freitag:
ab 9.00 Uhr Wohnbereiche: Marktwagen
11.15 UhrForum: Kartoffelclub
16.00 Uhr Gartenzimmer: Curling
Samstag:
11.15 Uhr Forum: Kartoffelclub
Sonntag:
16.00 Uhr Gartenzimmer: Curling


