Der Deinerlinde Wochenbericht vom 16.9.2020
Fortbildung in den Naturtwerkstätten Fredelsloh – 2.Teil
Falls Sie sich über das Titelbild des Wochenberichtes gewundert haben, dann weil Sie sich vielleicht fragten, wo denn in der Deinerlinde dieses Bild aufgenommen wurde? Wurde es aber ja auch nicht, denn es ist eine Ansicht des zauberhaften Gartens in den Naturwerkstätten Fredelsloh, wo Mitarbeitende der Deinerlinde sich unter Anleitung von Holzgestalter Manfred Kraus-Schelle zum zweiten Mal an alten Handwerkstechniken versuchten und das durchaus erfolgreich.
In der Region beheimatet: Der Blaudruck.
Eine neue Erfahrung: Das Drechseln.
Ein aufregendes Abenteuer: Das Schmieden.
Das Sinnvolle Ganze: Der geschmiedete Haken mag am selbst gefertigten Regal hängen, vor dem das bedruckte Tuch hängt.
Wie auch schon beim ersten Teil der Fortbildung war es ein besonderes Erlebnis die Gartenküche und das Backhaus zu nutzen.
Zumal sich dabei die Gelegenheit ergab, beim Brot backen Erfahrungen im Hinblick auf das im Bau befindliche eigene Backhaus der Deinerlinde zu sammeln.
Nein, sie sind nicht verbrannt unsere Brote. Der Wind hatte in den Schornstein geblasen und den Ruß in den Ofen gedrückt, so dass die äußeren Brote eine etwas herzhaftere Patina bekamen.
Und was tut sich nun am Backhaus?
So einiges! Herr Wolter ist zurecht stolz auf seinen ersten Lehmstein. Der Lehm hatte die richtige Konsistenz. Entgegen ersten Hypothesen darf er nicht zu trocken sein, denn dann bricht und bröselt er, wenn man ihn aus den Formen rutschen lassen will. Nur wenn er geschmeidig genug ist und sich beim aus der Form lösen fast so zäh dehnt wie ein Kuchenteig, gelingt ein ansehnliches Produkt, das nun zwei bis drei Monate trocknen muss. Solange dauert es nämlich, bis der Liter Wasser, den jeder Stein aufgenommen hat, aus dem Lehm herausgetrocknet ist.
Eine schöne Erfahrung dabei war das „Handgefühl“. Anders als Zement, der ätzt, macht der Lehm die Hände geschmeidig. Es macht einfach Freude, mit ihm zu arbeiten. Selbst im Angesicht der Tatsache, dass den alten Lehmsteinen, die wir dafür einweichen und aufbereiten mussten, womöglich zweihundert Jahre alter Kuhdung beigemischt sein kann, da das eine alte Technik war, um die Konsistenz zu verbessern.
Sechzehn Steine wurden fertig. Nun haben wir die Erfahrung, welche Mischung wir brauchen und entwickeln Routine. Mal sehen wieviele wir nächste Woche produzieren.
Das aber war bei weitem nicht das einzige, was sich tat. Die Arbeiten am Fundament haben begonnen, so dass sich im Maronenhof die Umrisse des künftigen Backhauses abzuzeichnen beginnen.
Der Kartoffelclub
Immer wieder gab es in der Vergangenheit von Bewohnenden und Mitarbeitenden Kritik an den Kartoffeln. Nicht immer vermag der Großhandel die gewünschte Qualität zu liefern und manchmal war die äußere Kartoffelschicht tatsächlich zu hart. Wenn man Qualität möchte, muss man dafür auch etwas tun. Die Deinerlinde bezieht nun ihre Kartoffeln vom Bauern aus der Nachbarschft in Bio-Qualität. Und in diese muss, anders als die schon geschälten Großhandelskartoffeln, noch Arbeit investiert werden.
So hat sich zum Kartoffelschälen nun der „Kartoffelclub“ gegründet. Schon beim Schälen erntete Laura Lob. (Laura ist der Name der Kartoffel, nicht der Vorname von Frau Papenberg, die hier schält, die aber natürlich ebenso Lob verdient hätte.) Rot die Schale, gelb die Kartoffel und wohlschmeckend zudem. Natürlich kann auch beim Bauern die Qualität mal schwanken. Aber dann werden unsere Damen ihn gegbebenfalls mal zum Gespräch bitten. Schließlich haben sie alle selber mal Kartoffeln angebaut und sind somit vom Fach, wie man den Gesprächen beim Schälen entnehmen konnte. 20 Kilo brutto in 20 Minuten ist die Maßzahl des ersten Schälens.



















