Telefonische Informationen für Angehörige bzw. telefonische Kontakte zu Bewohnenden weiterhin über den Begleitenden Dienst: 05561/935179 von 10.00 bis 17.00 Uhr.

Samstag, 16.5.

Fast neun Wochen lang, genau 62 Tage, habe ich an dieser Stelle täglich aus der Deinerlinde berichtet. Vom ersten Tag des Besuchsverbotes an, war das Ziel des Live-Berichtes, die Deinerlinde nicht zu einem „Schwarzen Loch“ werden zu lassen, in das man nicht hineinblicken kann und aus dem nichts herausdringt. Bedingung war dabei: Die Berichte mussten wahrhaftig sein, dafür sollte mein Name und Bild stehen. Auch Schlimmes hätte in diesem Bericht seinen Platz finden müssen, damit er seiner Aufgabe gerecht wird: Die Angehörigen nie in Ungewissheit zu lassen, wie es bei uns aussieht! Schlimmes gab es nicht zu berichten, Gott sei Dank. Das haben wir gehofft, natürlich, aber sicher sein konnten wir uns dessen nie.

Drei Dinge sind es im Rückblick, die wir ebenfalls nicht zu hoffen gewagt hätten und die doch genauso waren, wie ich sie beschrieb: Dass über all die lange Zeit die Bewohner und Bewohnerinnen, alles in allem, so gelassen blieben; das die Deinerlinde stets besonnen blieb; und das alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen so perfekt zusammenarbeiten, wie wohl nie zuvor. Diese Erfahrung des ‚miteinander in der Krise lernen‘ und ‚Hand in Hand zusammen arbeiten‘,  bleibt als gute Erfahrung dieser Tage. Und auch, dass wir selbst in schweren Zeiten in unserem ‚miteinander Leben‘, viel lachen konnten und manchen Unfug treiben konnten, der uns allen das Leben leichter machte.

Das strikte Besuchsverbot ist aufgehoben. Sie, die Angehörigen können sich nun wieder selbst ein Bild machen und mit dem heutigen Tag endet der tägliche Live-Bericht. Natürlich: Gäbe es Wichtiges und Dringliches würden wir uns unter ‚Aktuelles‘ auf unserer Internetseite sofort wieder melden. Ich selbst gehe jetzt bis Pfingsten erstmal in den Urlaub und nach Pfingsten soll es dann einen wöchentlichen ‚Deinerlinde-Bericht‘ an dieser Stelle geben. Bis dahin möge Sie ein Wort des nicaraguanischen Priesters und Dichters Ernesto Cardenal begleiten:

„Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt, aber wir sind eingeladen. Wir sehen schon die Lichter und hören die Musik.“

Volker Lemke

Freitag, 15.5.

In dieser Krisenzeit zeigt sich nicht nur die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft sondern auch ihre Stärken: Ideenreichtum, Hilfsbereitschaft, bürgerliches Engagement. Davon hat heute auch die Deinerlinde profitieren dürfen. Heiko Jörns vom Weinhaus Jörns, Dirk Heitmüller von der Eule und Ilias Tzioros von Print4You überbrachten 25 Schutzvisiere, die sie der Deinerlinde schenkten. Dank dieser Gabe ist der Bestand an Schutzausrüstung für die Deinerlinde nun fast komplett. Leider aber eben nur fast. Immer noch fehlt es, wie andernorts auch, an einem ausreichenden Bestand an Schutzkitteln. Hier versuchen wir weiterhin Abhilfe zu schaffen, durch unentwegtes kontaktieren aller einschlägigen Lieferanten, wie auch des Katasstrophenschutzes des Landkreises.

Donnerstag, 14.5.

Mancher Arbeitnehmer aus Handel oder Dienstleistung fand sich in den vergangenen Wochen ja plötzlich in der Situation wieder, seine übliche Tätigkeit nicht ausüben zu können und zudem nur in sehr begrenztem Umfang Freizeitaktivitäten wahrnehmen zu können und stand somit vor der Frage: Wie strukturiere ich meinen Tag? Ein mögliches Vorbild könnte hierfür Horst Teschke sein, der seinem Tag, auch ohne Corona, eine sportliche Struktur gibt. Drei Mal am Tag, nach jeder Mahlzeit nämlich, nimmt er im Forum Aufstellung, geht eine Rampe hinunter und die nächste hinauf bis zur Capella, kehrt wieder zurück und wiederholt den Gang noch zwei weitere Male. Zum dritten Durchgang gehört zudem ein Abstecher in die Muckibude. Dort gibt es 40 Mal die Übung an diesem und 15 Mal die Übung an jenem Gerät. Also liebe Leser und Leserinnen: Tagesbericht schließen und sportlich werden!

Mittwoch, 13.5.

In meinen jungen, vorpubertäteren Tagen gab es ein überaus lästiges Ansinnen der Mädchen: Man sollte in ihr Poesie-Album eine Sinnspruch schreiben. Ich bewältigte die ungeliebte Aufgabe in der Regel entweder mit Hilfe meiner Mutter oder wartete auf eine weiteres Poesie-Album aus dem ich dann einfach einen Sinnspruch abschrieb. Hätte die Deinerlinde solch ein Album würde ich heute diesen Spruch hineinschreiben: „Pläne, die man nicht ändern kann, sind schlechte Pläne.“ Unsere Planänderung im Café hat sich inzwischen in der Praxis den zweiten Tag bewährt. Die Akustik ist deutlich besser geworden, die Atmosphäre ist entspannter und ab Morgen sind Besuche ja auch vormittags möglich, nur noch an zwei Tischen und gegebenfalls draußen. Und Termine für morgen früh sind auch noch frei.

Sollte das Land Niedersachsen, das nun schon seit einer Woche mit immer neuen unklaren Ankündigungen zur beabsichtigten Erweiterung der Besuchsregelung, Rücknahme dieser Ankündigungen und maximal mißverständlichen Presseerklärungen für allgemeine Verunsicherung gesorgt hat – sollte das Land Niedersachsen also – auch ein Poesie-Album besitzen, so würde ich hineinschreiben: „Die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass man nicht zu Ende denkt.“

Was gab es noch? Frau Termer hat für den ehemaligen österlichen Eierbaum, der dann eine Zeit lang als Deinerlinde-Maibaum brillierte, eine neue Verwendung im Garten als Insektenhotel gefunden. Wer weiß, als was er noch alles wird herhalten müssen. Und im Gespräch darüber, welchen Facebook-Beitrag wir als nächstes posten sollten, fragte allen Ernstes unsere Pflegedienstleitung Nadeschka Houlgatte (jung) mich (deutlich älter), „ob ich denn wüsste, was ein Selfi sei?“ Natürlich weiß ich was ein Selfi ist! Macht man mit dem Schmartfon! Als Beweis siehe nebenstehendes Foto mit meinem jahreszeitlichen angepassten Mund-Nasen-Schutz.

Dienstag, 12.5.

Wie versprochen haben wir uns heute Morgen an die Arbeit gemacht, um im Rahmen des genehmigten Hygienekonzeptes die Besuchssituation zu verbessern und insbesondere die akustische Problematik im Café besser in den Griff zu bekommen. Ab Donnerstag werden wir deshalb nur noch zwei Besuchstische statt drei anbieten, dafür aber auch Besuche am Vormittag ermöglichen, damit die Besuchskapazität insgesamt erhalten bleibt. Die beiden Tische im Café sind künftig durch eine Trennwand akustisch besser abgekoppelt. Zudem haben wir noch ein paar schallschluckende Gegenstände im Raum platziert. Bei schönem Wetter wird es zudem die Möglichkeit geben, statt zwei Tische im Café zu besetzen, einen Tisch im Café und einen Tisch auf der Terrasse des Cafés zu nutzen.

Montag, 11.5.

Der erste Tag an dem wieder Besuche möglich sind. Alles ist sorgfältig vorgeplant und doch sind wir aufgeregt. Nicht weil wir fürchten, es würde nicht alles so klappen, wie geplant, sondern weil wir mit unseren Bewohnern und Bewohnerinnen mitfiebern. Endlich wieder Besuch. Sieben Wochen galt das Besuchsverbot rechnet mir Frau Klein vor, die die allererste ist, die nun von seiner teilweisen Aufhebung profitiert. Frau Seipelt fasst es wie folgt zusammen: „Es war kurz, es war wunderschön, es war endlich ein Fortschritt!“ Trotzdem wurde ein Problem aber mehr als deutlich: Das Café lässt nur eine begrenzte Vertraulichkeit zu und ist zudem bei drei Besuchergruppen offensichtlich akustisch überfordert. Hier müssen wir noch einmal neu nach Lösungen suchen, damit Menschen einander nicht nur sehen, sondern auch verstehen können. Morgen machen wir uns an die Arbeit!

Sonntag, 10.5.

Man kann schon mal den Überblick verlieren, so man ihn denn je hatte. Jede Woche bringt neue Verordnungen des Landes Niedersachsen, Verfügungen der Landkreise, Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes und/oder des Landesgesundheitsamtes und Mitteilungen des niedersächsischen Krisenstabes. Aus einer solchen Mitteilung resultierte aktuell die Schlagzeile „Besuchsverbot in Heimen wird vorerst nicht gelockert.“ Heißt das, am Montag geht es doch nicht los mit den Besuchen? Keine Angst, es geht los! Zum Verständnis: Es gibt derzeit zwei geltende Besuchslockerungen. Zum Einen ist Notaren, Rechtsanwälten und Seelsorgern Zugang zum Haus zu gewähren. Zum Anderen können weitere Besucher Besuche machen, wenn ein genehmigtes Besuchskonzept vorliegt und das ist in der Deinerlinde der Fall. Eine dritte Besuchslockerung – und darauf bezieht sich die obige Schlagzeile – die die Besuchsmöglichkeiten nochmals ausweiten soll, ist derzeit in Vorbereitung aber noch nicht gültig.

In der Deinerlinde spürt man derweil deutlich, was für ein besonderer Tag heute ist: Muttertag! Die Kollegen stellen Skypeverbindungen her, helfen beim Telefonieren und Verteilen die angelieferten Blumensträuße im Haus. Allen Müttern an dieser Stelle: Alles Gute zum Muttertag!

Samstag, 9.5.

Zwei Tage noch, dann werden endlich wieder Besuche in begrenztem Umfang möglich sein und das soziale Leben unserer Bewohner und Bewohnerinnen bereichern. Andere Einschränkungen aber werden vorerst noch bleiben. Veranstaltungen und offene Angebote sind derzeit noch nicht denkbar. Deshalb braucht es andere Ideen, um den Alltag im Haus zu bereichern. So haben wir nun ein Projekt wieder ins Auge gefasst, bei dem wir uns in der Vergangenheit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert haben: Neue Hühner für unseren Hühnerstall. Nachdem vor drei Jahren unsere Hühner nach und nach verstorben waren, hatten wir im Prinzip beschlossen, neue anzuschaffen. Aber irgendwie ging es mit dem Projekt genauso voran, wie mit dem Flughafen Berlin-Brandenburg. Zwei Mal hatten wir die neuen Hühner schon in unserer Heimzeitung angekündigt, aber es hakte immer irgendwie. Nun also sollen sie kommen, diesen Sommer zumindest noch, und die Tatsache, dass ich es hier ankündige, nimmt uns in die Pflicht, nicht beschämt dastehen zu müssen, wenn im Herbst der neue Berliner Flughafen eröffnet wird.

Freitag, 8.5.

Der heutige Text für die individuelle Wochenschlussandacht in der Capella ist eine Verfremdung der Geschichte der Speisung der Fünftausend.

Und er sah eine große Menge Volkes,
die Menschen taten ihm leid, und er redete zu ihnen
von der unwiderstehlichen Liebe Gottes.
Als es dann Abend wurde, sagten seine Jünger:
Herr, schicke diese Leute fort,
es ist schon spät, sie haben keine Zeit.
Gebt ihnen doch davon, so sagte er,
gebt ihnen doch von eurer Zeit!
Wir haben selber keine, fanden sie,
und was wir haben, dieses wenige,
wie soll das reichen für so viele?
Doch war da einer unter ihnen, der hatte wohl
noch fünf Termine frei, mehr nicht, zur Not,
dazu zwei Viertelstunden.
Jesus nahm, mit einem Lächeln,
die fünf Termine, die sie hatten,
und die beiden Viertelstunden in die Hand.
Er blickte auf zum Himmel, sprach
das Dankgebet und Lob,
dann ließ er austeilen die kostbare Zeit
durch seine Jünger an die vielen Menschen.
Und siehe da: Es reichte nun das wenige für alle.
Am Ende füllten sie sogar zwölf Tage voll
mit dem, was übrig war an Zeit,
das war nicht wenig.
Es wird berichtet, dass sie staunten.
Denn möglich ist, das sahen sie,
Unmögliches es bei ihm.

(Lothar Zenetti)

Donnerstag, 7.5.

Die Tage bis endlich wieder Besuche möglich sind, werden runtergezählt. Müßig sind wir aber trotzdem nicht. Zumindest im Bauerngarten gibt es derzeit viel zu tun. Das Gewächshaus stand ja schon seit längerem voll mit Gurken und Tomaten. Gestern Nachmittag wurden im Bauerngarten die Stangenbohnen gelegt und zwischen ihnen soll heute Nachmittag dann noch Porree gepflanzt werden, ebenso Spitzkohl. Seit längerem in der Erde: Rotkohl, Staudensellerie, Mohrrüben und Zwiebeln. Und natürlich ein Paar Beete mit Erdbeeren.

Auch Blumen haben im Bauerngarten traditionell ihren Platz, brauchen wir sie doch zur Dekoration des Hauses, der Capella und irgendwann hoffentlich auch wieder des Altars, wenn es uns möglich ist, wieder gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Derzeit am Wachsen: Astern, Coasmea, Löwenmäulchen, Horstnelken, Sonnenblumen und entlang des Zaunes Wicken und Kapuzinerkresse, dazu noch viele Stauden zwischen Gewächshaus und Hochbeet.

Auch das Hochbeet ist natürlich längst bepflanzt, mit Erdbeeren, Schnittlauch, Kohlrabi, Mohrrüben, Salat, Radieschen, Zwiebeln und Petersilie.

Und es blüht unser Spalierobst: Äpfel, Kirsche, Mirabelle und Birne, falls ich es mir richtig gemerkt habe, ergänzt durch Sträucher von Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren. Und wer weiß, ob nicht auch die Maronenbäume – auch als Esskastanie bekannt –  und der Walnussbaum schon bald Früchte tragen. Wir werden uns durch den Sommer naschen können!

Auch im Obsthaus genießt man den Garten, auch dort ist übrigens Spalierobst gepflanzt und ein richtiges Kleinod entstanden.

Mittwoch, 6.5.

Es gibt allgemeine Traditionen, wie das Maibaumfest oder Erntedank, und es gibt besondere Traditionen. Eine solche, von den männlichen Mitarbeitern des Begleitenden Dienstes gefürchtete, besondere Tradition ist das jährliche Setzen der Bohnenstangen. Dieses hatte Frau Termer für heute angesetzt und da heute auch Herr Kasper im Dienst war, konnte ich diese schweißtreibenden Arbeit mit Verweis auf mein Alter und mangelnde körperliche Ertüchtigung ihm überlassen. Schließlich ging er ja früher immer regelmäßig ins Fitness-Studio!

Ebenso zur Tradition des „Bohnenstangen-Setzens“ gehört, dass dieses unter Anleitung erfahrener Senioren erfolgt, die die Arbeit auch hinreichend kommentieren: „Nein, Du musst …, Doch nicht so …!“

Was wir noch nicht wußten, als wir den Termin für dieses Ereignis festlegten, war, dass wir ab heute die telefonischen Reservierungen für die jetzt möglichen Besuche vornehmen könnten. So stand heute Vormittag das Telefon selten still. Wir aber haben uns trotzdem riesig über jeden Besuchstermin gefreut, den wir verabreden konnten, da wir ja wissen, wie sehnlichst alle darauf gewartet haben.

Dienstag, 5.5.

Liebe Angehörige: Nun ist es soweit! Ein vom Gesundheitsamt des Landkreises Northeim genehmigtes Hygienekonzept ermöglicht ab dem 11. Mai den Besuch von Bewohnern und Bewohnerinnen. Unbedingtes Ziel des Konzeptes ist es, Besuche wieder zu ermöglichen, ohne das Infektionsrisiko erkennbar zu erhöhen. Der Ablauf der Besuche würde sich wie folgt gestalten:

Besuchen dürfen nur nahe Angehörige oder Bezugspersonen. Haustiere können nicht mitgebracht werden.

Sie rufen den Begleitenden Dienst an und verabreden einen Besuchstermin. Mögliche Besuchszeiten sind Montag bis Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr. Es ist naheliegend, dass wir versuchen werden, die Besuche so zu steuern, dass Angehörige, die aus der näheren Umgebung kommen, eher die Besuchszeiten in der Woche wahrnehmen und weiter entfernt wohnende Angehörige eher die Wochenendtermine belegen.

Die Besuche sind gemäß Vorgaben auf einmal in der Woche, je 30 Minuten und nur zwei Besucher pro Bewohner und Bewohnerin beschränkt.

Als regulärer Besuchsort steht das Café der Deinerlinde zur Verfügung. Dort stehen drei Tische im Abstand von 2 Metern, so dass der notwendige Mindestabstand zwischen den Besuchergruppen gewährleistet ist. Auch die Tische selber sorgen für den Abstand von 2,10 Metern zwischen Besuchern und Besuchten, der auch nicht unterschritten werden darf. Das Café ist gut belüftbar, die Tische, Stühle und Türklinken werden nach jedem Besuch desinfiziert und Besucher und Besuchte betreten und verlassen das Café durch jeweils getrennte Türen. Die drei Besuchsgruppen haben jeweils unterschiedliche Zeitkorridore für den Besuch, so dass sie zeitlich versetzt das Café betreten, bzw. wieder verlassen.

Essen darf nicht mitgebracht werden und Essen und Trinken sind während des Besuches nicht erlaubt.

Der ganz genaue Ablauf sieht wie folgt aus: Sie prüfen unmittelbar vor dem Besuchstermin, ob Sie Erkältungssymptome zeigen oder Kontakt zu einem Covid-19-Erkrankten hatten. Dann ist ein Besuch natürlich nicht möglich.

Bitte warten Sie vor Ihrem vereinbarten Besuchstermin weiträumig vor der Deinerlinde, damit sich nicht eventuell durch andere Wartende eine problematische Ansammlung ergibt.

Das Café betreten Sie über die Terrassentür. Legen Sie bitte vorher ihren mitgebrachten Mund-Nase-Schutz an und behalten ihn auch während des Besuches auf.

Beim Eintreten müssen Sie eine Händedesinfektion durchführen. Hierbei werden Sie angeleitet und bekommen nochmals eine Einweisung in die Hygieneregeln, die wir beim Erstbesuch dokumentieren und die Sie quittieren müssen. Zudem müssen Sie unterschreiben, dass sie keine Erkältungssymptome haben und keinen Kontakt zu einem Covid-19-Erkrankten. Besuchszeit, Ihren Namen und Ihre Telefonnummer haben wir ebenfalls zu dokumentieren.

Sollten Sie Geschenke mitbringen, kommen diese, wie vorher auch, in eine 8-Stündige Quarantäne.

Auch für bettlägerige Bewohnende soll es die Möglichkeit des Kontaktes geben. Hierfür gelten dann nochmals andere Bedingungen, die wir telefonisch besprechen würden.

Einmal die Woche ist selten, eine halbe Stunde ist kurz, die Abstands- und Hygieneregeln sind lästig – und doch all dieses ist nötig, um das zu ermöglichen, worauf so viele gewartet haben: Endlich wieder beieinander sein zu können!

Durch die neue Besuchsregelung müssen wir leider nochmals die Abgabezeiten für Bewohnendenpäckchen korrigieren:

Abgabezeiten sind nun: Montag bis Freitag, 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr und Dienstag bis Donnerstag, 14.00 bis 16.00 Uhr.

Montag, 4.5.

Das jede Krise auch ihre Chancen hätte, ist eine Binsenweisheit und trotzdem hätte ich liebend gerne auf diese Krise samt allen möglichen Chancen verzichtet. Trotzdem habe ich es zum Beispiel schätzen gelernt, seit ihrem Beginn morgens eine Stunde früher ins Haus zu fahren, um mich in Ruhe vorbereiten zu können und dafür dann früher nach Hause zu fahren, um mit meiner Frau noch ein paar Schritte spazieren zu gehen und werde, denke ich, beides auch beibehalten wollen. Ich bin neugierig welche Erkenntnisse andere gewonnen haben und frage sie danach.

Frage: „Was haben Sie in dieser Krise bezogen auf die Deinerlinde gelernt?“

Nadeschka Houlgatte: „Ich habe gelernt, dass das Team des Hauses, egal in welchem Bereich es arbeitet, in der Not zusammenhält. Man lässt einander nicht hängen. Das ist eine gute Erfahrung aus dieser Zeit.“

Thomas Koß-Merrettig: „Wir haben erleben können, wie gut vernetzt, die einzelnen Bereiche miteinander zu arbeiten in der Lage waren und wie schnell es deshalb möglich war, sich gegenseitig zu unterstützen.“

Frage: „Und was haben Sie ganz persönlich für sich gelernt?“

Thomas Koß-Merrettig: „Ich habe in dieser Zeit mit Freunden, die weiter weg wohnen, viel mehr als früher telefoniert. Das möchte ich beibehalten.“

Nadeschka Houlgatte: „Mir ist deutlich geworden, dass nichts selbstverständlich ist und dass es mir, trotz allen Einschränkungen, eigentlich an nichts Wichtigem fehlt und für das, was mir wirklich wichtig ist – Familie, Tiere, Natur – möchte ich mir künftig mehr Zeit nehmen.“

Sonntag, 3.5.

In Zeiten in denen nichts so zu sein scheint wie sonst, ist es gut, wenn manches eben doch so ist wie immer. Die Bäume im Bauerngarten sind ergrünt und es ist eine Freude sie zu betrachten. Besonderes Augenmerk haben wir auf die Bäume gelegt, die wir im Spätherbst pflanzten: Die beiden Maronen, im nun nach ihnen benannten Maronenhof, die Walnuss, die Sumpfeiche und die Akazie im Baunergarten. Auch sie treiben jetzt aus, was belegt, dass das wöchentliche Wässern der Bäume durch die Haustechniker von Erfolg gekrönt ist.

Aus Wikipedia hole ich mir diese Information: „Edelkastanien erreichen ein Alter von 500 bis 600 Jahren. In Mitteleuropa werden sie kaum über 200 Jahre alt, in Westeuropa können sie bis 1000 Jahre alt werden. Der größte bekannte Baum ist der Castagno dei Cento Cavalli auf Sizilien, der auf ein Alter von mindestens 2000 Jahren geschätzt wird.“

200 Jahre alt könnten sie in der Deinerlinde also werden, unsere Maronen. Was wird in 200 Jahren wohl über das Jahr 2020 in den Geschichtsbüchern stehen?

Samstag, 2.5.

Als eine besondere Herausforderung erweist sich, Bewohner und Bewohnerinnen mit kognitiven Einschränkungen ebenso wie alle anderen zu schützen, ohne ihnen die Veränderungen, die dieses mit sich bringt, erklären und ihnen plausibel machen zu können. Ich befrage dazu Tobias Fender, der derzeit nur noch im Obsthaus arbeitet.

Frage: „Merken die Bewohner und Bewohnerinnen des Obsthauses eine Veränderung?“

Tobias Fender: „Unbewusst schon. Auch sie vermissen die Besuche und merken, dass die Angehörigen nicht mehr kommen. Zudem gibt es keine Gruppenangebote mehr, sondern jeder wird einzeln betreut.“

Frage: „Wie reagieren sie auf den Mund-Nasen-Schutz, den wir nun alle tragen?“

Tobias Fender: „Anfangs mit Distanz. Sie haben uns nicht mehr sofort erkannt. Inzwischen wird es aber zunehmend lustig aufgefasst und darüber gelacht. Manche wollen nun auch gerne selber eine solche Maske haben. Andere sagen: Man erkennt dich nicht, nimm das mal aus dem Gesicht.“

Frage: „Wie erlebst Du die Arbeitssituation?“

Tobias Fender: „Es war anfangs schon eine große Umstellung. Da es keine Kleingruppenangebote mehr gab, wollten alle zum gleichen Zeitpunkt etwas von mir. Wir mussten uns neu organisieren, aber inzwischen haben wir unseren Rhythmus gefunden.“

Frage: „Und wie erlebst Du Deine persönliche Situation?“

Tobias Fender: „Eigentlich geht es mir ganz gut. Die Arbeiten, die ich in meinem Urlaub im Mai erledigen wollte, habe ich jetzt schon fertig. Was fehlt, sind die sozialen Kontakte, gerade auch am Wochenende wirkt unser Dorf wie tot. Und ich vermisse die Gottesdienste sehr.“

Und dann gab es noch eine wunderschöne Überraschung: Eine Spenderin brachte für jeden Bewohner und Bewohnerin diese auf dem Bild rechts abgebildeten gefüllten Geschenkdöschen vorbei. Das Erstaunen und die Freude waren riesig. Ich werde versuchen noch herauszubekommen, wem wir diese Freude verdanken. Bis dahin schon mal im Namen der Bewohner und Bewohnerinnen: Herzlichen Dank!

Freitag, 1. 5.

Der heutige Text für die individuelle Wochenschlussandacht in der Capella:

Das Gebet,
das ein Mensch mit aller seiner Macht leistet,
hat eine große Kraft.

Es macht ein sauer Herze süß,
ein traurig Herze froh,
ein armes Herze reich,
ein dummes Herze weise,
ein ängstliches kühn,
ein krankes Herz stark
und ein blindes sehend
und eine kalte Seele brennend.

Es zieht einen großen Gott hernieder
in ein kleines Herz
und treibt die hungrige Seele hinauf
zu dem reichen Gott.

Mechthild von Magdeburg

1. Mai – Tag der Arbeit. Kein Frühschoppen zum 1. Mai an der Kräuterschnecke, keine Mai-Kundgebung, keine Mai-Demonstration gar. Stattdessen der Deinerlinde-Mai-Umzug, der in der Tat ein wenig an einen Karnevalsumzug erinnert. Der Zug formiert sich: Vorneweg der Deinerlinde-Marktwagen, geschoben wie immer von Herrn Merkel, begleitet von seiner Verkäuferin, Silvana Bucci. Natürlich respektieren wir sonst immer die kirchlichen wie staatlichen Feiertage, so sie auf einen Freitag fallen und ziehen die Marktwagenfahrt einen Tag vor. Aber in diesen Zeiten ist irgendwie alle anders und wir hatten ja auch erst am Donnerstagmorgen den notwendigen Warenbestand nachgekauft. Dem Marktwagen folgt – mit gehörigem Abstand – das Blumenmädchen, Dagmar Termer, die die bunten Nelken trägt, die sie allen überreichen wird und die Frau Ilsemann tags zuvor zurecht geschnitten hatte. In der Mitte zu sehen: Der Deinerlinde-Maibaum, den wir auf Rollen gesetzt haben. Aus praktischen Gründen wird Herr Ahrens später dann doch nur den Maikranz auf seinem Rollator schieben. Als nächstes wieder ein Wagen im Zug – der Servierwagen mit der gekühlten Maibowle, die Herr Kasper ausschenken wird – und ganz vorneweg ein Barde mit Gitarre, der in den Wohnbereichen immer aufs Neue sein begrenztes Repertoire vortragen wird: „Der Mai ist gekommen“, „Komm lieber Mai und mache“, „Wie schön blüht uns der Maien.“ Abmarsch des Zuges aus den Wohnbereichen jeweils mit einer quäkigen, die obligatorische Blaskapelle ersetzenden Tröte, auf der das rheinischen Karnevalslied, „Die Karawane zieht weiter, der Sultan hat Durst“, intoniert wird. Mai-Karneval in der Deinerlinde eben. Die Bewohner und Bewohnerinnen, die mit solch einer Inszenierung zuvor nicht rechneten, hatten sichtlich ihren Spaß und waren gerade ob der Knopflochnelken mitunter durchaus gerührt. Ernste Zeiten bedürfen der Heiterkeit!

Donnerstag, 30.4.

Für heute wäre eigentlich ein Fest rund um einen auf dem Vorplatz aufgestellten Maibaum geplant gewesen. Daraus wurde ja nun nichts. Der österliche Eierbaum allerdings ist inzwischen zum Deinerlinde-Ersatz-Maibaum umdekoriert worden. Da es vermutlich der einzige Maibaum weit und breit ist, spekulieren wir deshalb auf den 1.Platz beim Maibaumwettbewerb. Bratwurst aber, so wie auch ursprünglich für heute geplant, gibt es zum Abendessen in den Wohnbereichen trotzdem. Zudem schicken wir begleitend zwei Fässer Bier und Zitronenbrause auf die Reise durch das Haus. Tröstlich ist bei allem auch, dass das Wetter ohnehin heute Nachmittag auf dem Vorplatz keinen Tanz in den Mai und Morgen keinen Frühschoppen an der Kräuterschnecke erlaubt hätte. Was wir für den 1. Mai planen, kann sich aber auch sehen lassen und ich werde morgen darüber berichten. Die Vorbereitungen sind schon am Laufen.

Mittwoch, 29.4.

Frau Rittgerodt und Frau Hasenfuhs haben bislang in der Tagespflegeinrichtung der Deinerlinde gearbeitet, die wie alle andere Tagespflegeeinrichtungen im Land derzeit geschlossen ist und unterstützen nun stattdessen das Team des Begleitenden Dienstes.

Frage: „Was machen sie mit und für die Bewohner und Bewohnerinnen?“

Karin Rittgerodt: „Wir gehen mit ihnen spazieren, führen Gespräche, unterstützen beim Boule spielen.“

Jutta Hasenfuhs: „Vor allem gehen wir so oft es geht an die frische Luft und unterhalten uns dort.“

Frage: „Ist es mühsam, macht es Freude?“

Karin Rittgerodt:“Es macht Freude, weil ich Dankbarkeit erfahre.“

Jutta Hasenfuhs: „Es macht Spaß. Die Bewohner und Bewohnerinnen freuen sich, dass sie mit unserer Hilfe nach draußen kommen und fragen oftmals gleich nach, wann wir wieder kommen.“

Frage: „Wie erleben sie die Bewohner und Bewohnerinnen?“

Jutta Hasenfuhs: „Sie sind nett und freundlich.“

Karin Rittgerodt: „Und sie sind positiv gestimmt und wirken trotz allem zufrieden.“

Frage: „Wie geht es Ihnen persönlich in diesen Zeiten?“

Karin Rittgerodt: „Ich komme selber recht gut damit zurecht und hätte es mir schwerer vorgestellt, mit so einer Krise fertig zu werden.“

Jutta Hasenfuhs: „Ich finde es schon schwierig, mit der ganzen Geschichte umzugehen, nicht zuletzt, da ich einen Mann habe, der selber gefährdet ist und der nun an unser Zuhause gefesselt ist. Von Vorteil ist immerhin, dass wir einen großen Garten haben.“

Dienstag, 28.4.

In den vergangenen Tagen ergab sich zunehmend die Problematik, dass auch außerhalb der Abgabezeiten für Päckchen, die für Bewohner und Bewohnerinnen bestimmt sind, an der Haustür geklingelt wurde, um solche abzugeben. Da es sich ja beim Klingelruf durchaus um einen Arzt handeln könnte, der das Haus aufsuchen muss oder um die Lieferung von Medikamenten, hatte dies dann zur Folge, dass die Mitarbeitenden der Pflege jeweils ihre Pflegtätigkeit unterbrechen mussten, um die Tür aufzusuchen.

Deshalb hier noch mal der Hinweis zu den Übergaberegeln, die wir zeitlich etwas verändert haben: Links neben dem Haupteingang, unter der Überdachung, können kleine Päckchen von Montag bis Freitag, von 10.00 bis 13.00 Uhr, und Dienstag bis Donnerstag, von 14.00 bis 15.00 Uhr auf der Bank abgelegt werden. Ein Klingeln ist nicht notwendig, denn wir holen die Pakete in diesen Zeiträumen regelmäßig herein, nehmen sie bis zum nächsten Tag in vorsorgliche Quarantäne und stellen sie dann dem Bewohner oder der Bewohnerin zu. Bitte also die Päckchen auf die Bank stellen und nicht klingeln!

Im Bauerngarten sind derweil die überzähligen Tomaten und Gurken aufgereiht, die die Bewohner und Bewohnerinnen pikiert haben und die nun zum Verkauf an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bereitstehen.

Montag, 27.4.

Nach wie vor erreichen uns verständlicherweise Fragen, wann denn Besuche von Angehörigen in begrenztem Umfang wieder möglich sein werden. Bislang haben wir leider noch keine Rückmeldung auf das Hygienekonzept bekommen, dass wir hierfür vergangenen Dienstag zur Genehmigung vorgelegt haben. Sobald wir mehr wissen, halten wir Sie auf dieser Seite auf dem Laufenden.

Derweil bemühen wir uns das Beste aus der Situation zu machen. Obwohl nach den Fußballeuropameisterschaften nun auch noch das Deinerlinde-Boule-Turnier abgesagt werden musste, wobei letzteres von den Bewohnern und Bewohnerinnen der Deinerlinde als die weitaus schmerzhaftere Absage gewertet wird, geht das Boulespielen unentwegt weiter, ist es doch das einzige offene Angebot, das unter den geltenden Abstandregeln weiterhin möglich ist.

Auch im Bauerngarten wird täglich emsig gearbeitet. So hat Herr Meyer über das Wochenende aus altem Holz einen Abstelltisch gebaut und ein kleines Beet mit Rundhölzern eingefasst. Wenn eine Generation das Improvisieren auch ohne Baumarktbesuch gelernt hat, dann sicherlich die seine.

Sonntag, 26.4.

Mindestens ein Mitarbeitender des Begleitenden Dienstes macht derzeit den Tag über fast nichts anderes als „die Christel von der Post“ zu spielen: Pakte austragen, Briefe vorbeibringen und diese gegebenenfalls vorlesen, beim Telefonieren helfen, telefonische Fragen der Angehörigen beantworten und Skype-Termine vergeben, schließlich skypen. Ich frage Lea Reins, was sich im Gegensatz zu früher verändert hat.

Lea Reins: „Alles! Nichts ist mehr, wie es war. Es gibt keine offenen Angebote mehr und selbst bei den individuellen Angeboten heißt es Abstand halten. Gut, dass wir wenigstens noch Ausfahrten und Spaziergänge in den Gärten machen können.“

Frage: „Wie gehen die Bewohner und Bewohnerinnen damit um?“

Lea Reins: Sie vermissen die Angebote und Veranstaltungen sehr und werden alle froh sein, wenn sie wieder stattfinden können. Aber sie arrangieren sich mit der Situation und über die Ausfahrten und Spaziergänge freuen sie sich wirklich sehr. Und darüber, dass es immerhin möglich ist, sich in den Gärten mit ausreichendem Abstand zueinander weiterhin zu treffen.“

Frage: „Du wolltest im Mai Urlaub machen. Wo sollte es hingehen?“

Lea Reins: „An die Ostsee.“

Frage: „Und nun?“

Lea Reins: „Stattdessen mache ich Urlaub auf dem Bauernhof, also bleibe bei meinem Freund.“

Samstag, 25.4.

Bislang besteht immer noch keine Aussicht, dass alle Bewohner und Bewohnerinnen und alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Pflegeheimen vorsorglich auf den Coronavirus getestet werden. Diese Frage der Testung bewegt auch uns.

Frage: „Es gibt Überlegungen des Profifußballs in der 1. und 2. Bundesliga bald wieder Fußballspiele, wenn auch ohne Zuschauer, durchzuführen und hierfür die Spieler regelmäßig auf Corona testen zu lassen. Man spricht von 20.000 Test bis Ende Juni. Was halten Sie von diesen Plänen“.

Nadeschka Houlgatte: „Ich halte das für eine Verschwendung von Testkapazität, insbesondere solange nicht alle Krankenhäuser und Pflegeheime durchgetestet sind.“

Elke Volger: „Ich finde es unerträglich angesichts der vielen Menschen in Kurzarbeit und der kleinen Selbständigen, die um ihre Existenz bangen müssen, dass nun ausgerechnet denen geholfen werden soll, die ein Vielfaches dessen verdienen, was diese Menschen erhalten.“

Volker Ludwig, ehemals Profifußballer beim 1. FC St. Pauli: „Das geht gar nicht!“

André Blume, Pfleger und größter Fußballfan des Hauses: „Schwachsinn! Die sollen die Bundesliga abbrechen. Das Geld sollten sie lieber für Schutzkleidung in Altenheimen ausgeben.“

Freitag, 24.4.

Der heutige Text zur individuellen Wochenschlussandacht in der Capella stammt vom Pastor der Bekennnden Kirche und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer:

Ich glaube,
dass Gott aus allem,
auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen,
die sich die Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
so viel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im Voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.

Dietrich Bonhoeffer

Donnerstag, 23.4.

In Absprache mit der Heimaufsicht haben wir das Hygienekonzept für die Fußpflege dahingehend angepasst, dass nur die medizinisch notwendige Fußpflege und diese allein durch die Podologin erfolgt, die das Haus nicht betritt, sondern die Fußpflege in der derzeit nicht genutzten Tagespflegeeinrichtung durchführt.

Unerwartetes Wiedersehen: Gleich am ersten Tag nach der vierzehntägigen Einzugsquarantäne trifft Frau Hofmann auf Frau Rehm. Anfang der 50er-Jahre war Frau Rehm als Lehrling ins Café Glenewinkel gekommen. Frau Hofmann war damals dort schon einige Zeit beschäftigt.

Frau Hofmann: „Das war in einem anderen Leben. Wir haben manchen Spaß miteinander gehabt, auch wenn die Chefin das nicht so gern gesehen hat. Und wir haben viel arbeiten müssen. In der Zeit waren ja alle hungrig auf Kuchen. Sonntags gab es eine richtige „Kuchenschlacht“ im Laden. Die Leute konnten sich ja endlich was gönnen. Das ist lange her, wir sind alt darüber geworden und das Leben hat uns gebeutelt. Seit damals haben wir uns nur noch selten mal gesehen und schließlich aus den Augen verloren. Und dann sehen wir uns plötzlich hier in der Deinerlinde wieder und wohnen im selben Haus.“

Bei so viel konditorischem Fachverstand frage ich nach, welche Kuchen wir denn vielleicht mal für eine richtig gelungene „Kuchenschlacht“ anbieten sollten:

Frau Hofmann: „Schwarzwälderkirschtorte war damals der Renner!“ Frau Rehm: „… Berliner waren auch gefragt …“ Frau Hofmann: „… und Windbeutel mit viel Sahne.“ Frau Rehm: „Wenn die Erdbeerzeit war, konnten wir gar nicht so viel Sahne liefern, wie gebraucht wurde. Und Apfelkuchen…“ Frau Hofmann: „… und Käsekuchen…“ Frau Rehm: „… und Käsekuchen natürlich! Die waren immer spitze!“

Ich werde die Expertise an die Hauswirtschaft weitergeben! Vielleicht können wir ja demnächst mit besonderem Kuchen genauso viel Freude stiften, wie mit dem Bier und Alster, das heute im Laufe des Morgens und zum Mittag in den Höfen, auf den Balkonen und in den Wohngruppen konsumiert wurde und auch die Arbeit im Bauerngarten versüßte.

Mittwoch, 22.4.

Es ist ja nicht so, dass wir nichts zu tun hätten. Täglich finden sich am Vormittag Senioren und Seniorinnen zur Arbeit im Bauergarten ein. Herr Meyer pflanzte am Hochbeet den Salat und den Sellerie. Heute Nachmittag plant er hinter dem Kompost aufzuräumen. Frau Weinrich pikierte die Tomaten, ebenso wie Herr Ahrens. Frau Papenberg hat derweil die Sträuße für die Blumenbeete vorbereitet und Herr Bartel einfach mal im Garten gechillt. Was Herr Schwerdtfeger mit der Leiter vorhatte, weiß ich nicht, aber Frau Termer hat mir versichert, er sei nicht draufgestiegen.

„Ich bin froh, dass ich noch arbeiten kann“, hat Frau Sievert vor einigen Tagen im Interview dieses Live-Berichtes gesagt. Nicht anders geht es eben auch manchem unserer Bewohner und Bewohnerinnen. Etwas zu tun zu haben, gibt unserem Leben Sinn und bedeutet auch, sich als wirkmächtig und nicht als ohnmächtig zu erleben. Und so arbeiten sie im Garten, kümmern sich um die Blumen im Haus und die Dekoration, haben ihre Aufgabe beim Tisch eindecken, schieben den Marktwagen, schließen des Abends die Capella, sammeln an der Kräuterschnecke die Polster wieder ein und manches mehr. Miteinander arbeiten, miteinander lernen, miteinande leben!

An der Boulebahn wurde zeitgleich geboult. Um Distanz zueinander zu halten, erfolgten die Würfe von zwei Seiten gleichzeitig und ansonsten genossen alle, die es wollten, an der Kräuterschnecke die Sonne. Frau Hoffmann war nach der zweiwöchigen Quarantäne, die sie nach dem Einzug aus dem Krankenhaus hatte halten müssen, das erste Mal im Garten und begeistert und Frau Rohde konnte noch aus dem selben Grund in Quarantäne befindlich aus dem Fenster blickend immerhin dem Geschehen folgen.

Für den morgigen Tag haben wir uns das Motto gewählt: „Besonnenheit und Bier – Abstand und Alster“. Da die Bewohner und Bewohnerinnen die sonst regelmäßigen vormittäglichen und nachmittäglichen gemeinsamen Veranstaltungen vermissen, wollen wir mit einem Frühschoppen in allen Gärten und Wohnbereichen mit Hilfe von vier Fünf-Liter-Fässern Bier für ein wenig Abwechslung sorgen.

Dienstag, 21.4.

Immer mehr Anrufe gehen ein, in denen es um die Frage geht: Wann können wir unsere Mutter, unseren Vater wieder in der Deinerlinde besuchen. Das Land Niedersachsen hat diese Möglichkeit ja in Abweichung von der bisherigen Verordnung bei Vorliegen eines genehmigten Hygienkonzeptes geschaffen. Wir haben heute ein solches Hygienekonzept, welches Begegnung ermöglicht ohne das Infektionsrisiko zu erhöhen, fertig gestellt. Nun ist es an den Behörden des Landkreises, es zu prüfen. Wann wir ein Ergebnis dieser Prüfung erfahren, können wir leider nicht sagen und bitten um Geduld. Sobald wir etwas wissen, werden wir es Ihnen auf dieser Seite mitteilen. Sicher ist aber: Wie auch immer ein genehmigtes Konzept aussieht, es wird den Besuch bezogen auf den Besuchsort, die Zahl der gemeinsamen Besucher pro Bewohner, die Besuchsdauer und die Besuchshäufigkeit begrenzen müssen. Absehbar ist auch, dass Besucher und Besucherinnen ganz sicher eine Maske tragen müssen. Da wir aus nachvollziehbaren Gründen sehr sparsam mit unserem eigenen Bestand an Schutzmaterialien umgehen müssen, wäre es also ratsam, sich mit Blick auf beabsichtigte Besuche jetzt schon um einen sogenannten einfachen „Mund-Nasen-Schutz“ zu mühen, also ggf. die berühmten selbstgenähten Masken mitzubringen. Eine Bewohnerin fand dabei heute eine Bezeichnung, die mir bislang noch nicht begegnet war: „Habt ihr wieder euren Maulkorb auf?“

Montag, 20.4.

Ein Thema ist zurück, das lange keine Rolle mehr spielte, jedoch am ersten Tag des Besuchsverbotes derart dominierte, dass es mich damals zu der These veranlasste: Krise ist, wenn die Angehörigen nicht mehr kommen dürfen, Katastrophe ist, wenn die Friseurin nicht mehr kommt! Nun ist die Frage nach dem Friseurtermin wieder da. Warum ist klar. Die Lockerungen in der Gesellschaft verlocken zu Hoffnungen, auch wenn der Wunsch nach einer ordentlichen Frisur wohl noch lange frustriert werden muss. Spannend finde ich jedoch den anderen Aspekt: Warum wurde das Thema so lange nicht mehr diskutiert. Ich glaube, das lag daran, dass wir in dieser Hinsicht eben alle gleich waren und noch sind. Keiner kann derzeit zum Friseur.

„Wir waren alle gleich!“ Diesen Satz habe ich in meiner Jugend oftmals gehört, wenn Menschen über die unmittelbare Nachkriegszeit sprachen. Sie sprachen ihn fast ehrfürchtig und ergänzten häufig: „Wir hatten ja alle nichts.“ Ich schließe daraus, dass es Menschen eben leichter fällt, etwas Schweres zu ertragen, wenn es alle gleichermaßen trifft. Diese „Nachkriegserfahrung“ der Generation unserer Bewohner und Bewohnerinnen mag auch eine Erklärung für die Gelassenheit sein, mit der sie immer noch überwiegend die Situation beeindruckend meistern. Zu diesen Nachkriegserfahrungen von denen sie erzählen, gehören auch die Erinnerungen an Währungsreform und Lastenausgleich. Alle bekamen 40 Mark und die Sparguthaben wurden nur im Verhältnis ein zu zehn in die D-Mark getauscht. Das war die Währungsreform. Und diejenigen, die Immobilienbesitz über den Krieg gerettet haben, mussten aus Immobilienerträgen an diejenigen abgeben, die alles verloren hatten. Das war der Lastenausgleich. Wie wird das nach dieser Krise sein?

Damit wäre ich wieder beim Friseur. Mancher Salon wird tief in den roten Zahlen stehen und die Friseure und Friseurinnen, die ohnehin zu den Geringverdienenden zählen, sind ganz gewiß in Not. Der Wohlstand der Aktionäre von Amazon ist unterdessen durch die Krise immens gewachsen, denn Amazons Aktionkurs ist rasant in die Höhe geschossen. Wird es auch nach dieser Krise einen fairen Lastenausgleich geben. Wird sich unsere Generation eines Tages vielleicht so an diese Zeit erinnern können: Wir waren nach Corona zwar nicht alle gleich, aber doch zumindest ein wenig gleicher? Und weil wir in der Krise solidarisch waren und nach der Krise solidarisch blieben, haben wir sie überwunden und eine gerechtere Gesellschaft geschaffen? Diese Hoffnung habe ich tatsächlich. Und natürlich die, irgenwann wieder zum Friseur gehen zu können.

Sonntag, 19.4.

Einen Monat nun schon leben wir in der Deinerlinde unter den Bedingungen der Sondersituation der Coronakrise. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Frage: „Auch wenn wir uns, so zumindest mein Eindruck, in dieser Krise bislang wacker geschlagen haben, kommen wir nicht ohne Unterstützung von außen aus. Welche Unterstützung bräuchten wir jetzt unmittelbar und dringend?“

Thomas Koß-Merrettig: „Aus meiner Sicht brauchen wir eine klare Botschaft seitens der Politik und der Pflegekassen, dass das Personal, das wir jetzt aus organisatorischen Gründen mehr einsetzen müssen, auch einsetzen dürfen und refinanziert bekommen.“

Frage: „Die Epedemie wird andauern. Welche Unterstützung bräuchten wir mittelfristig, um sie durchzustehen?“

Thomas Koß-Merrettig: „Wir brauchen unbedingt die Bereitschaft und Disziplin der Bewohner und Bewohnerinnen, der Angehörigen und der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die neuen Regeln bezüglich Abstand und Hygiene konsequent weiterzuführen.“

Frage: „Und wenn eines Tages alles vorbei ist, was braucht es dann?“

Thomas Koß-Merrettig: „Ich habe die Hoffnung, dass sich mit dieser Krise die Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern werden, unter denen die Altenhilfe arbeitet und wir gut aufgestellt sein werden, wenn wir dann endlich wieder ohne Abstandregeln hier miteinander leben und arbeiten können.“

Täglich lese ich im Internet nach, was was es wichtiges Neues gibt, schaue auf die Seiten des Robert-Koch-Institutes, des Landes Niedersachsen und des Landkreises. Und dann gibt es noch eine Seite, auf die ich täglich schaue und die mir auch gerade heute wieder Freude bereitet: Die Wetterprognose. Auch kommende Woche soll wieder von morgens bis abends die Sonne scheinen. Was dieses prächtige Frühlingswetter für unser aller Stimmung in dieser Situation bedeutet, kann man gar nicht überschätzen. So wird es auch heute und in der kommenden Woche für den Begleitenden Dienst vor allem um eines gehen: So vielen Bewohnern und Bewohnerinnen wie möglich, einen sonnigen Aufenthalt im Freien zu organisieren, denn dann übernimmt die Sonne die Seelsorge.

Samstag, 18.4.

Ein Mitarbeiter ist auf besondere Weise familiär mit dem Haus verwoben:

Frage: Herr Stelter, Ihre Frau arbeitet in der Buchhaltung und ist derzeit im Home-Office, um ihre Tochter zu betreuen, Sie arbeiten hier in der Haustechnik und Ihre Mutter lebt hier im Heim. Wie geht es ihr?“

Detlef Stelter: Um meine Mutter mache ich mir keine Sorgen. Sie ist hier gut aufgehoben und nimmt es auch gelassen.

Frage: „Und wie klappt das Home-Office?“

Detlef Stelter: „Eigentlich läuft es gut. Josefine ist sechs Jahre alt und spielt bei dem Wetter im Garten, während meine Frau arbeitet. Ich arbeite bis gegen halb drei und fahre dann nach Hause, löse meine Frau ab und dann fährt meine Frau in die Deinerlinde.

Frage: „Was ist für Sie anders?“

Detlef Stelter: „Ich erledige mehr zu Hause, mache die Wäsche, die Gartenarbeit und renoviere.

Frage: „Und wie geht es Josefine?“

Detlef Stelter: „Langsam wird es kritisch. Sie vermisst jemanden zum Spielen und zwei Kindergeburtstage mussten auch schon ausfallen.“

(Ich rufe Frau Stelter im Home-Office an:)

Frage: Schafft man im Home-Office genauso viel, wie im Büro“

Sina Stelter: Nein, natürlich nicht. Aber es hat eben in diesen Zeiten den Vorteil, dass man zumindest irgendwie Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut bekommt.

Frage: „Frau Stelter, was meinen Sie, hat Ihr Mann auf die Frage geantwortet, was sich für ihn geändert hat?“

Sina Stelter: „Für meinen Mann? Ich denke nichts.“

Frage: „Er sagt, er mache jetzt mehr zu Hause.“

Sina Stelter: „Ja, tatsächlich. Jetzt, wo Sie es sagen, fällt es mir auch auf.“

(Wie gut, dass ich angerufen habe …!)

Freitag, 17.4.

Das Land Niedersachsen hat in einer neuen Verordnung die Möglichkeit einer Lockerung des Besuchsverbotes beschrieben, sofern eine Einrichtung ein Hygienekonzept vorlegen kann, das eine geschützte – also gefahrlose – Begegnung mit Angehörigen sicherstellt. Solch ein Hygienekonzept bedürfte dann noch der Zustimmung der Behörden. Die Deinerlinde wird sich umgehend und in enger Abstimmung mit den Behörden mit der Prüfung der realistischen Möglichkeiten der Umsetzung eines solchen Hygienekonzeptes unter den Gegebenheiten der Deinerlinde befassen und Sie auf dieser Seite auf dem Laufenden halten.

Für die individuelle Wochenschlussandacht in der Capella habe ich einen Text des von mir sehr verehrten Theologen Jörg Zink ausgesucht.

Wenn wir sagen: Unser tägliches Brot - 
meinen wir alles, was wir brauchen,
um in Frieden zu leben.
Brot ist Friede.
Essen können, statt zu hungern, ist Frieden.
Trinken können, statt zu dürsten,
warm haben, statt zu frieren, ist Frieden.
Schutz finden in einem Haus,
arbeiten können und seine Kräfte einsetzen dürfen,
das alles ist Friede, ist tägliches Brot.
Unser tägliches Brot, von dem wir leben,
ist auch das Wort eines Menschen.
Wir können nicht leben,
wenn nicht das Wort zu uns kommt,
das ein anderer Mensch zu uns spricht.

Jörg Zink

Donnerstag, 16.4.

Ein Interview mit Maren Sievert, examinierte Altenpflegerin und Bereichsleitung im Blumenhaus. (Ein Bild von ihr findet sich neben dem Bericht vom 29.3.)

Frage: „Frau Sievert, völlig überlastet, am Ende der Kräfte und die Nerven liegen blank?“

Maren Sievert: (lacht) „Nein, überhaupt nicht, im Gegenteil. Ganz entspannt. Und auch die Bewohner und Bewohnerinnen sind eigentlich ebenso entspannt.“

Frage: „Das habe ich vermutet, sonst hätte ich auch nicht so gefragt. Warum sind Sie so entspannt?“

Maren Sievert: Ich glaube, das liegt daran, dass uns die Angst genommen wird. Herr Koß-Merrettig als Heimleiter und auch Frau Volger als Hygienebeauftragte halten uns stets auf dem Laufenden. Ich fühle mich immer gut informiert. Ich gehe nie mit dem Gefühl zur Arbeit: Oh je, was wird nun schon wieder sein.“

Frage: Wie geht es Ihnen persönlich?“

Maren Sievert: „Persönlich? Gut! Ich fühle mich hier gut aufgehoben. Nicht zuletzt, weil ich noch arbeiten gehen darf. Dürfte ich das nicht, würde mir die Decke auf den Kopf fallen, aber hier habe ich doch zumindest soziale Kontakte. Was mir fehlt ist, mit Freunden Kaffee trinken gehen zu können. Aber, alles in allem, auch wenn die Situation noch länger andauerte, es wäre kein Problem für mich.

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Mittwoch, 15.4.

Aus den Zeiten meiner Jugendarbeit weiß ich noch, dass wir das Wohlbefinden einer Gruppe bei unseren dreiwöchigen Sommerfreizeiten daran ablesen konnten, wie viel gegessen wurde. Meist musste man am Ende der Freizeit fast doppelt so viel zum Mittag kochen, wie am Anfang. Also frage ich unsere drei Köche: Wie viel wird derzeit gegessen? Claudia Thüne sagt: „Ich finde sie essen mehr.“ Renate Scheider meint: „Sie essen nicht mehr als sonst, aber auch keinesfalls weniger. Aber was ich erstaunlich finde, ist, dass die Laune weiterhin gut ist.“ Andreas Otto schließlich hat eine epedemieunabhängige, aber jahreszeitliche Hypothese: “ Im Frühjahr essen sie sowieso immer mehr als sonst.“ Was sich für die drei in diesen Zeiten privat geändert hat, will ich noch wissen. Andreas Otto: „Ich gehe mehr spazieren als zuvor.“ Renate Scheider: „Ich kann meine Enkelkinder nicht mehr sehen. Sonst hat sich nicht viel für mich geändert.“ Claudia Thüne: „Ich habe dieses Jahr meinen Garten schon fertig.“

Dienstag, 14.4.

Ostern anders: Keine Reise, kein Essengehen, kein Eisdielenbesuch. Bestenfalls ein kleiner Spaziergang im engsten Familienkreis und glücklich kann sich schätzen, wer einen Balkon, gar einen Garten sein eigen nennt. Wie ist das nun in einem Altenheim? Zugegebenermaßen kenne ich gar nicht so viele Altenheime außer der Deinerlinde. Aber die, die ich kenne, sind oft nach dem selben architektonischen Prinzip erbaut: Möglichst viel Rauminhalt auf kleiner Fläche. Das senkt Bau- und Energiekosten. Im Ergebnis führt das zu einem Wohnwürfel oder einer Hufeisenanlage mit meist kleinem Innenhof, gepflastert zur Hälfte, dann noch etwas Rasenfläche, ein paar Büsche am Zaun, eine Blumenrabatte vielleicht. Selten viel Fläche um das Haus herum, meist nur noch ein zum Haus gehöriger Parkplatz. Wäre die Deinerlinde nicht vor 60 Jahren sondern vor sechs geplant worden, sähe sie wohl auch so aus. Das langsame „Wachsen“ des Hauses hat zwar zu den katastrophalen Niveauunterschieden und den sie ausgleichenden Rampen geführt, aber eben auch zu den bezaubernd vielen schönen Orten der Deinerlinde. Am gestrigen Ostermontag Nachmittag bin ich sie in Gedanken abgegangen und möchte Sie einladen, sich mit mir nochmals auf die Reise zu machen.

Ich stelle mir vor, ich wohnte im Waldviertel, oben in der Lindenallee. Ich würde mich morgens mit meinem Kaffee auf den Balkon setzen und auf die Eichen vor dem Haus schauen und hinab auf die Terrasse des Cafés. Hätte ich vor, einen Spaziergang zu machen, wäre das auch mein erstes Ziel. Ich würde mich auf den Weg eine Etage tiefer begeben und dort auf der Terrasse der Birkenallee ein wenig verweilen. Oder vielleicht auch vor das Café setzen und bedauern, dass ich derzeit nicht den Kindern im Kindergarten beim Spielen zusehen kann. Dann startete ich meinen richtigen Spaziergang. Ich würde den Weg nehmen, den ich tatsächlich in den letzten Wochen mehreren Senioren angeraten habe: Durchs Forum Richtung Capella, um dort durch das Gartenzimmer in den Maronenhof zu kommen. Was die Senioren dabei oftmals nicht ahnen, ist, welche zwei gärtnerischen Kleinode sie dabei links liegen lassen: Auch die Tagespflege hat eine, wenn auch kleine, aber ausnehmend gemütliche Terrasse und hinter dem Obsthaus verbirgt sich ein nur wenig größerer aber gärtnerisch bezaunernder kleiner Garten. Darüber der große Balkon der Kirschallee, groß genug, um auch Betten darauf zu schieben und aus dem Bett heraus in die Kleingärten blicken zu können. Doch zurück zum Maronenhof. Hier ist es meist am stillsten. Man hat ihn für sich und die aus der gefällten Robinie geschaffenen Bänke laden zum Ausruhen ein. Was viele nicht wissen ist, dass man durch den Treppenhauseingang ohne Schwelle in das Eckzimmer der Heidelbeergasse gelangt und von dort in den Bauerngarten. Die „Ecke“ am Hühnerstall ist für mich die schönste aller Gärten, wegen des vielen Grüns und dem Gefühl „fern allem zu sein“. Gerade auch von den „kleinen“ Balkonen der Petersiliengasse und der Brombeergasse hat man dort einen herrlichen Blick in die Idylle der Kleingärten.  Über den drei Bänken am Hühnerstall schließt sich bald das Dach der vier Platanen die im Quadrat dort gepflanzt sind und man kann den ganzen Bauerngarten überblicken. Von dort würde ich weitergehen zur Terrasse der Heidelbeergasse. Dort, oder auf den großen Balkonen darüber, findet sich immer jemand, den man grüßen kann, wenn nicht ohnehin im Bauerngarten, im Gewächshaus, am Hochbeet jemand arbeitet. Ginge ich weiter, würde ich vermutlich nochmals an einer der Bänke am Wegesrand rasten, bevor ich um die Ecke des Hauses zum Garten am Fischteich käme. Den Fischteich würde ich umrunden, den Fischen vielleicht von einer der Bänke aus zuschauen. Den Abschluss meiner Wanderung bildete dann sicherlich noch ein Aufenthalt an der Kräuterschnecke, vielleicht bei einer Tasse Kaffee.

Mag sein, dass Ihnen meine Beschreibung wie der Text eines kitschigen Werbeprospektes vorkommt, aber tatsächlich empfinde ich genauso unsere Gärten und liebe sie deshalb. Und genauso wie oben beschrieben, versuchen meine Kollegen und Kolleginnen jeden Tag, so das Wetter es zulässt, Bewohner und Bewohnerinnen auf diese „Gartenreise“ zu locken und wo nötig zu begleiten. Eines ist mir gestern bei meiner gedanklichen Reise zudem klar geworden, worüber ich bislang nie nachdachte: Wir wären ohne Probleme in der Lage, alle Bewohner und Bewohnerinnen gleichzeitig, auch mit sozial distanzierten Abstand voneinander, in den Gärten, auf den Terrassen und Balkonen in der Sonne und an frischer Luft unterzubringen. Welches andere Altenheim kann dieses so von sich behaupten. Gut, dass das Haus 60 und nicht erst sechs Jahre alt ist!

Ostermontag, 13.4.

Traditionen wahren in beispiellosen Zeiten ist nicht immer einfach. Zumindest die Tradition des Osterklöbenbackens konnten wir aufrecht erhalten auch wenn die Osterklöben nicht wie sonst gemeinsam im Forum geflochten wurden, sondern schon backfertig aus der Küche in die Wohnküchen geliefert wurden, um dort gebacken zu werden.

Die Kommunikation zu Ostern war rege und wird es wohl auch heute wieder sein. Neben Briefen und Päckchen spielen dabei Telefon und Skype eine besondere Rolle. Auch am nächsten Wochenende und die ganze Woche über sowieso, werden wir das Skype-Angebot aufrechterhalten. In der Regel benutzen wir dazu ein Tablett, um das skypen im Zimmer zu ermöglichen. Gerade für Bewohner und Bewohnerinnen, die nicht so gut sehen können, wäre aber auch denkbar, im Gartenzimmer mit Hilfe des Beamers auf zwei mal drei Metern die familiäre Begegnung zu organisieren. „Groß-Familie“ sozusagen. Dieses können wir gerne telefonisch verabreden. Wir wünschen auch heute: Frohe Ostern!

Ostersonntag, 12.4.

Betend
also gewohnt
in den Wüsten zu wohnen
Durststrecken zu durchstehen
von jeher
halten wir stand
wir haben den längeren Atem
wir haben die größere Hoffnung

Betend
also mit anderen Augen
sehen wir manchmal ein Zeichen
auf den Zusammenhang weisend
sehen vor Tage
ein wenig schon
wie ein Licht
das verheißene Land

Betend
also denkend das Undenkbare
folgen wir der Spur
halten Schritt mühsam
mit dem der vorangeht
durch Wasser und Wüste
der möglich macht das Unmögliche
der Leben wirkt
aus dem Tod

Lothar Zenetti

120 Osterhasen brachte die 1. Vorsitzende des Einbecker Bündnisses für Familie, Frau Sowa, in die Deinerlinde. Zusammen mit den Briefen, Karten und dem Selbstgebastelten des Einbecker Jugendrotkreuzes werden sie im Hause verteilt. Und auch die kleine Lea-Sophie hat einen ganzen Nachmittag lang unermüdlich Bilder für die Bewohner und Bewohnerinnen des Obsthauses gemalt, die ihnen nun Freude machen werden. Allen genannten und ungenannten „Freudenstiftern“ herzlichen Dank!

Samstag, 11.4.

Musiker möchten für gewöhnlich auch gesehen werden, wenn sie ihre Kunst darbringen. Für den Saxophonisten der Band St. Sixti aus Northeim, Detlev Peter, war es wohl das erste Mal, dass er aus einem Gebüsch heraus musizierte und Querflötistin Sabine Triesch hat vermutlich auch noch nie auf einem Esstisch stehend musiziert. Aber anders war das Projekt „Musik am Gartenzaun“ eben nicht zu bewerkstelligen. Erster Auftritt: Hecke am Waldviertel. Der Parkplatz davor war abgesperrt und beide waren dort noch eingermaßen gut zu sehen und konnten soziale Distanz voneinander halten, wie auch zu mir, der ich auf der anderen Seite des Zaunes das Trio komplettierte. Die Zuhörer des Wohnbereiches saßen verteilt an den Fenstern oder mit gehörigem Abstand voneinander auf dem Balkon und der Terrasse.

Für die musikalische Beschallung des Gartenviertels und des Blumenhauses ging es dann aber wirklich in die Büsche und auf die Tische. Aus den Fenstern und von den Balkonen wurde unser Konzert vom „Großen Seniorenchor“ der Deinerlinde unterstützt, die die Lieder in der Regel auswendig mitsingen konnten. Sie bedankten sich bei den beiden zugereisten Musikern dann auch mit „Kein schöner Land in dieser Zeit.“ Kein schöner Land in dieser Zeit? Kann man das in diesen Zeiten einfach so singen? Ich habe mir den Text vor Augen geführt: „Kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsere weit und breit.“ Tatsächlich: Ich würde in diesen Tagen in keinem anderen Land der Welt lieber sein und mich besser aufgehoben fühlen. Und das mit, „…wo wir uns finden, wohl unter Linden …“, wird irgendwann auch wieder möglich sein.  Also, wenn Sie noch nicht wissen, was sie heute Abend auf dem Balkon oder im Garten so singen könnten, meine Empfehlung hätten Sie hiermit.

Karfreitag, 10.4.

Ich komm, weiß nicht woher,
Ich bin und weiß nicht wer,
Ich leb, weiß nicht wie lang,
Ich sterb und weiß nicht wann,
Ich fahr, weiß nicht wohin:
Mich wundert's, dass ich fröhlich bin.

Da mir mein Sein so unbekannt,
geb ich es ganz in Gottes Hand.
Die führt es wohl, so her wie hin:
Mich wundert's, wenn ich traurig bin.

Hans Thoma

Karfreitag. Ein stiller Tag in der Deinerlinde. Gelegenheit einmal darauf zu blicken, was unser Küchenteam für die Ostertage vorbereitet hat.

Karfreitag: Tomatensalat mit Mozzarella, Schollenfilet mit Kräutersoße und Petersilienkarrtoffeln oder Spinatauflauf mit Käsesoße, Frischobst.

Ostersonntag: Kraftbrühe mit Einlage, Lammbraten mit Butterbohnen und Rosmarinkartoffeln oder Gemüsecurry mit Reis, Eierrlikör-Mascarponecreme mit Himbeeren.

Ostermontag:Geflügelcremesuppe, Kalbsgeschnetzeltes mit Champignons und Basmatireis oder Tortelline mit Paprikasoße, Eisdessert.

Donnerstag, 9.4.

Suchen, finden, geschenkt bekommen. Eine österliche Thematik, die wir bereits in der Karwoche erleben. Begonnen hat es mit dem Suchen. Bereits Anfang März ahnte Hauswirtschaftsleitung, Elke Volger, dass die Bestände an FFP-2-Masken und Schutzkitteln, die die  Deinerlinde für übliche Krankheitswellen bevorratet, vielleicht nicht reichen könnten und bestellte umgehend bei den üblichen Lieferanten des Hauses nach. Die aber konnten nicht wie sonst liefern. Also telefonierte sie mit anderen Zulieferern. Auch hier Fehlanzeige. Sie versuchte es im Internet und auch dieses vergeblich. Dann gab es Hoffnung. Drei neue Lieferanten schienen die Masken liefern zu können. Die Ernüchterung folgte. Ein Lieferant legte ein Probeexemplar vor, dass sich als nicht der Norm entsprechend erwies. Ein anderer versprach zu liefern und sagte wieder ab. Und von einem dritten war nie wieder etwas zu hören. Schließlich begann Frau Volger Lackierereien abzutelefonieren, in der Hoffnung, dass es dort ein paar nicht dringend benötigte Masken gäbe. Und dann die unerwartete Überraschung: 40 FFP-2-Masken wurden in der Deinerlinde abgegeben und das auch noch umsonst und ohne, dass uns zunächst klar war, woher sie kamen. In der Zeitung werden Sie aber vielleicht inzwischen gelesen haben, wem wir diese segensreiche Geschenk verdanken: Ullrich Anhalt und Michael Büchting haben diese großartige Aktion in die Wege geleitet. Ihnen sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt! Und zu unserer großen Erleichterung folgte nun auch Nachschub an Masken und Schutzkitteln über den Katastrophenschutz. Nichts desto trotz: Frau Volger wird weitertelefonieren. Ich habe ihr deshalb auch schon den Titel „Telefonhamster“ verliehen. („Wehe, wenn Sie das im Internet schreiben …“)

Eine weitere Überraschung folgte: Postkarten, Briefe und Selbstgebasteltes von Kindern und Jugendlichen aus dem Bereich Einbeck überbrachte Jan Stürmer vom Jugendrotkreuz. Zu Ostern werden wir sie verteilen. Allen Kindern und Jugendlichen herzlichen Dank. Und auch all die für Ostern abgelieferten Pakete, Tüten und Päckchen werden wir nach einem Tag Quarantäne natürlich zustellen. Und auch alle Blumen sind inzwischen im Wasser! Nur der Wäscheübergabetermin am Ostermontag entfällt.

Mittwoch, 8.4.

Vor Feiertagen haben Post- und Paketdienste immer gut zu tun. Das erlebt gerade auch der hausinterne Post- und Paketdienst. Deshalb an dieser Stelle ein paar organisatorische Hinweise. Obwohl alle einschlägigen Berichte zur Verbreitung des Virus betonen, dass die Verbreitung über „Schmierinfektionen“ eher unwahrscheinlich ist, gehen vorsichtshalber alle am Übergabepunkt abgegebenen Päckchen im Haus zunächst einmal in „Quarantäne“ bevor sie an die Bewohner und Bewohnerinnen übergeben werden. Gehen sie deshalb bitte davon aus, dass Ihre Päckchen und Pakete erst am Folgetag hausintern zugestellt werden. Um so wichtiger deshalb nochmals der Hinweis: In Ihren Lieferungen dürfen sich keine verderblichen Lebensmittel befinden!

Hinsichtlich der Briefpost haben wir ja schon darauf hingewiesen, dass wir gerne bei Bedarf auch Briefe oder Postkarten vorlesen. Am einfachsten geht das, wenn Sie folgendermaßen adressieren: „An Bewohner XY, zu Händen Begleitender Dienst.“ Dann wissen wir, dass wir den Brief nicht in den Briefkasten stecken, sondern persönlich überbringen und anbieten ihn bei Bedarf vorzulesen.

Von Rainhardt Koch, dem Sohn des Bewohners Dr. Koch, der mit dem Vokalquartett „Schall und Rauch“ schon mehrfach in der Deinerlinde gastierte, erreichte uns eine Tonaufnahme. Zu hören: Der Mond ist aufgegangen mit aktualisiertem Text, den wir hier abdrucken. Am Besten nicht nur lesen, sondern gleich vom PC absingen!

Der Mond in Coronazeiten

1 Der Mond ist noch verborgen
und wir stehn hier mit Sorgen.
Die Lage ist verwirrt.
Auf Abstand soll man gehen,
beim Kaufen Schlange stehen
und warten, dass es besser wird.

2 Wenn nun der Tag verschwindet,
der Abend sich ankündet,
dann geht der Mond bald auf.
Ob wir in diesen Tagen
uns sorgen oder plagen,
das ändert nichts an seinem Lauf.

3 Erleuchtet immer weiter
halbrund oder auch breiter
in eine neue Zeit,
in der wir viele Sachen
wieder gemeinsam machen,
was unser armes Herz erfreut.

4 Wenn wir bald schlafen gehen
und wir den Mond dort sehen,
dann denken wir daran:
Es kommen andre Zeiten,
die sich jetzt vorbereiten.
Der Tag fängt schon im Dunkel an.

Der Text stammt von Albrecht Gralle, dem ich ganz herzlich für die Erlaubnis zum Abdruck danke.

Dienstag, 7.4.

Etwas skeptisch war ich ja, aber das neue Skype-Angebot hat tatsächlich im ersten Anlauf ohne Probleme funktioniert und so darf sich Frau Niklaus als allerste Deinerlinde-Skyperin verstehen, die auf diese Art und Weise Tochter und Enkel von Angesicht zu Angesicht sprechen konnte. Da wir annehmen, dass gerade zu Ostern das Interesse an dieser Kommunikationsmöglichkeit groß sein könnte, bieten wir es zu den gestern genannten Zeiten auch von Karfreitag bis Ostermontag täglich an.

Auch das andere neue Medium der Deinerlinde-Kommunikation, unsere Facebookseite, ist durchgestartet. Nadeschka Houlgatte, die die Beiträge einstellt und deren Rezeption auswertet, war heute Morgen schier begeistert. „Herr Meyer ist durch die Decke gegangen“, teilte sie mir mit und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass binnen eines halben Tages über 700 Menschen das Bild von Herrn Meyer am Pflug angesehen hätten und auch Herrn Schwerdtfeger beim Behängen des Eierbaumes hatten sich immerhin über 500 Menschen angeschaut.

Montag, 6.4.

Nicht nur die Gärten der Deinerlinde erweisen sich in diesen Frühlingstagen als Geschenk, sondern auch unsere Balkone. Im Obsthaus ist er sogar groß genug, um mehrere Betten hinauszuschieben. Als neue Bereichsleitung für das Obsthaus und das Gartenviertel hat am 1.April Alicia Diekmann ihren Dienst begonnen.

Frage: Wie ist das, in diesen Zeiten eine neue Stelle anzutreten?

Alicia Diekmann: Es ist spannend, denn man lernt die Einrichtung ja nicht im normalen Alltag kennen, sondern in einer absoluten Ausnahmesituation.

Frage: Und wie haben Sie sie dann in dieser Ausnahmesituation erlebt?

Alicia Diekmann: Als gut organisiert. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten sehr strukturiert.

Frage: Sie sind examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Was ist das Spezielle an dieser Ausbildung?

Alicia Diekmann: Die Ausbildung legt besonderes Gewicht auf die medizinischen und gesundheitsfördernden Aspekte der Pflege.

Ab heute versuchen wir, für Bewohnende und Angehörige die Möglichkeit zu schaffe, auch via Skype von Angesicht zu Angesicht miteinander zu kommunizieren. Dass geht wie folgt:

  • Sie brauchen ein Laptop oder Tablet mit Kamera und Mikrofon (Ist eigentlich Standard bei diesen Geräten)
  • Sie rufen unter den Programmen Skype auf und bringen es zur Anwendung. Bei uns dauerte das nur fünf Minuten und ist tatsächlich einfach. Sie müssen dabei zustimmen, dass Skype auf Kamera und Mikrofon zugreifen darf.
  • Dann rufen Sie uns an und wir verabreden einen Skype-Termin. Dazu brauchen wir die Information wer Sie sind, wen Sie anrufen wollen und unter welcher E-Mail-Adresse Sie uns zum verabredeten Termin kontaktieren. (Wichtig, damit der Enkel auch mit der passenden Großmutter verbunden wird. Falsche Verbindungen könnten allseits Verwirrung stiften.)
  • Wir gehen zum verbaredeten Termin zu Ihrern Angehörigen aufs Zimmer, falls dort W-Lan-Empfang ist, oder falls dies in dem entsprechenden Wohnbereich nicht der Fall ist, bringen wir Ihre Angehörigen an einen „empfänglichen“ Ort. In letzterem Fall können wir allerdings nicht unbedingt sicherstellen, dass das Gespräch vertraulich ist.
  • Zum verbaredeten Zeitpunkt geben sie in das Skype-Suchfenster „info@deinerlinde.de“ ein und es müsste Ihnen als Angebot das Altenheim Deinerlinde präsentiert werden.
  • Dann klicken Sie Altenheim Deinerlinde an und danach oben in der rechten Ecke das Kamerasymbol.
  • Und wenn wir Glück haben, sind wir dann verbunden …

Als mögliche Zeiten stehen zur Verfügung: Montag bis Freitag, 10.00 – 12.00 und 15.00 – 17.00 Uhr. Wir vergeben die Skypezeiten immer im Viertelstundentakt, so dass etwas 10 Minuten Videokonferenzzeit bleiben und wir noch fünf Minuten haben, um zum nächsten Bewohnenden zu eilen.

Nach Brief, Telefon, E-Mail, Webseite, Facebook, Instagram nun also Skype. Nur von Trommeln, Rauchzeichen und morsen, sehen wir weiterhin ab.

Sonntag, 5.4.

Wir veranstalten mit uns selber so eine Art morgendliche Talk-Show und fragen uns: Was haben wir persönlich aus dieser Krise gelernt, bezogen auf unsere Gesellschaft, unseren Staat, diese Welt und welche Lehren, hoffen wir, werden Gesellschaft, Staat und die Welt aus dieser Krise ziehen.

Volker Ludwig: Meine Hoffnung ist, dass nun endlich ein allgemeinverbindlicher Flächentarifvertrag für die Pflege kommen wird, der dafür sorgt, dass alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angemessen bezahlt werden.

Nadeschka Houlgatte: Ich hoffe, dass die Gesellschaft gelernt hat, dass nach dieser Krise die Rahmenbedingungen für die Pflege älterer Menschen deutlich verbessert werden müssen.

Elke Volger: Ich bin überrascht und entsetzt, wie sich plötzlich durch so eine Krise alles ändern kann und erfreut bin ich, dass Menschen sich in der Lage zeigen, sich diszipliniert zu verhalten, wenn es darauf ankommt.

Alicia Diekmann: Ich gehe davon aus, dass wir alle gelernt haben, was wirklich wichtig ist im Leben und das, was früher selbstverständlich war, wie sich treffen und miteinander reden, ganz anders wertgeschätzt wird.

Volker Lemke: Mir ist deutlich geworden, wie froh wir sein können, in Bund und Ländern von verantwortungsvollen Politikern und Politikerinnen regiert zu werden und nicht wie anderswo irrlichternden Populisten ausgeliefert zu sein.

Thomas Koß-Merrettig: Ich habe die Hoffnung, dass nach dieser Krise die Fragen nach bedingungslosen Grundeinkommen, nachhaltigem Wirtschaften und angemessenem Naturschutz neu in den Blick genommen werden.

Samstag, 4.4.

Marina Bär arbeitet als Hauswirtschaftskraft im Wohnbereich Heidelbeergasse.

Frage: Was hat sich an Ihrer Arbeit geändert?

Marina Bär: Ich tue all das, was ich früher auch getan habe. Geändert hat sich, dass wir nun mehr desinfizieren, gerade auch Handläufe und Türklinken.

Frage: Was hat sich bezüglich der Stimmung, Ihrer eigenen und die der Senioren, verändert?

Marina Bär: Die Senioren erlebe ich, auch gerade bei den Mahlzeiten, eigentlich so wie immer. Ich bemerke da keine Unruhe. Und auch die eigene Arbeit geschieht in Ruhe, ohne Stress oder gar Panik.

Frage: Und was hat sich privat geändert?

Marina Bär: Wir sind nun mehr zu Hause, mein Mann und ich. Nach der Arbeit bleiben wir im Haus oder im Garten. Wir haben einen großen Garten und es ist eigentlich ganz schön, dass wir nun Zeit haben, ihn zu bewirtschaften. Auch meine Schwiegermutter wird nun nur noch von meinem Mann besucht.

Ich telefoniere mit Frau Rehm, um mir ihr Einverständnis für den heutigen Blog zu holen. Warum ich mit ihr telefoniere, statt sie zu besuchen? Nun, das kam so: Ihr war etwas aus der Hand gefallen und sie bückte sich im Rollstuhl sitzend danach, obwohl ihr immer wieder gesagt worden sei, wie sie mir gegenüber zugibt, dass sie in einem solchen Fall, die Klingel benutzen solle, um jemanden zu Hilfe zu rufen. Tat sie aber nicht, bückte sich selber, fiel aus dem Rollstuhl und kam zunächst mal ins Krankenhaus. Die gute Nachricht: Sie hat lediglich ein „Horn“ an der Stirn. Die schlechte: Nun muss sie, nach Krankenhausaufenthalt, erst mal zwei Wochen in Zimmerquarantäne und nur ausgewähltes Pflegepersonal darf sie mit entsprechender Schutzkleidung versorgen. Wie ihr aber nun diese Quarantäne erträglicher machen? Wir haben eine hausinterne Telefonseelsorge gegründet! Unsere Bewohnerinnen Frau Hertrampf und Frau Kahle werden nun Frau Rehm telefonisch auf dem Laufenden halten. Schon erstaunlich, was so eine besondere Situation, wie die derzeitige, an Kreativität, Engagement und Selbsthilfe freisetzt. Das Bild rechts entstand übrigens noch gerade rechtzeitig vor dem Sturz. Frau Rehm ohne „Horn.“

Freitag, 3.4.

Auch heute lädt die Capella wieder zu einer individuellen Wochenschlussandacht ein, mit der Tageslosung und einem Text des Theologen Jörg Zink:

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Epheser 5,8-9)


Mit der Zeit umgehen lernen, Tage, Stunden und Augenblicke ausschöpfen und so sich mit den Grenzen der Zeit befreunden.

Jedem Tag sein eigenes Recht geben; dem Spiel, dem Gespräch, den Plänen, dem Werk der Fröhlichkeit, dem Nachdenken und dem Schlaf seine eigene Schönheit und Schwere lassen, und so auch den letzten Tag mit Vertrauen durchleben.

Nach Möglichkeit nichts tun, dessen Wiederholung man nicht wünschen könnte.

Allabendlich jeden Streit beenden, ehe die Sonne untergeht, und nichts Ungeordnetes durch die Tage und Wochen schleppen.

Anderen ihre Schuld vergeben und Vergebung für die eigene Schuld erbitten und dies so, dass es nichts Ungewöhnliches, sondern etwas Tägliches ist. Darauf vertrauen, dass man Vergebung empfangen hat, von Gott und den Menschen, und dafür danken.  (Jörg Zink)

Neue Zeiten – neue Traditionen: Der Eierbaum, gefertigt aus den Resten des alten Maibaums, ist fertig und wird uns nun österlich geschmückt durch die Osterzeit begleiten und vermutlich auch als Ersatz für den sonst üblichen Maibaum dienen müssen. Es gab schon erste Vorschläge ihn dann zu Weihnachten mit Kugeln und Strohsternen zu behängen, falls kein Tannenbaum zu bekommen sei. Entscheidend ist: Unsere Senioren hatten und haben viel Spaß mit diesem Baum und es wurde viel gelacht. Deshalb habe ich auch bei den Ostervorbereitungen von Frau Ebert, Frau Decker und Frau Termer letztere für das Foto ein wenig dekoriert.

Noch ein Nachtrag zum gestrigen Maskentext: Frau Volger fand das Foto mit ihr und der Maske peinlich. Ich habe ihr aber eben versichert, dass niemand sie auf diesem Foto erkennen konnte.

Donnerstag, 2.4.

Information und Kommunikation: Zwei Schlüsselbegriffe in diesen Tagen. Zunächst die Information. Zu einem gelungenen Morgen gehörte für mich schon immer das Lesen meiner Lokalzeitung, der HNA, und die Lektüre der Süddeutschen Zeitung und zum Abend das Anschauen mindestens einer Nachrichtensendung auch wenn ich sonst kein Fernsehen schaue. Nun aber ist zudem die Internetrecherche, mehrfach täglich, dazugekommen. Gibt es neue Verfügungen des Landkreises, was schreibt das Robert-Koch-Institut, was das zuständige Ministerium des Landes Niedersachsen, dann noch ein Blick auf die Statistiken der John-Hopkins-Universität. Und nach der Information kommt die Kommunikation. Nie zuvor, war der Telefonkontakt des Begleitenden Dienstes mit Anrufenden von außerhalb so rege, neueste Entwicklungen teilen sich die Leitungskräfte der Deinerlinde gerade auch Abends per WhatsApp mit, laufend sind E-Mails zu lesen und zu beantworten und täglich die Internetberichterstattung zu aktualisieren, die sie gerade lesen. Ab Morgen wollen wir sie ergänzen durch unsere neue Facebook- und Instagram-Kommunikation und Montag werden wir uns daran machen, eine Möglichkeit zu schaffen, dass Angehörige miteinander über Skype kommunizieren können und Briefe werden schließlich auch noch geschrieben. Information und Kommunikation auf allen Kanälen! Und das ist in diesen Tagen auch gut so. Aber ich freue mich schon jetzt auf den fernen Tag, an dem es wieder möglich sein wird, die Zeitung aus Interesse und nicht aus Notwendigkeit zu lesen und ansonsten mal einen Tag ganz ohne Telefon und Internet verbringen zu können. Bis dahin wollen wir aber auch weiterhin auf allen alten und neuen Kommunikationskanälen für Sie da sein und nach bestem Wissen und Gewissen informieren und Kommunikation miteinander ermöglichen.

Ansonsten läuft der Nachschub an genähten Masken ungebremst. Auch die Firma „Raumgestalter Vespermann“ hat nun ihr professionelles Können in den Dienst der notwendigen Sache gestellt und Masken gespendet. Einer unserer Bewohner fragte bezogen auf die selbstgenähten Masken übrigens, warum wir nun alle Schlüpfer vor dem Mund trügen.

Mittwoch 1.4.
Ein neuer Tag in dieser neuen Zeit. Ich setze meine Befragung fort und treffe Frau Grütz. Sie vermisst am meisten, dass sie nicht raus kann und meint damit Spaziergänge in die Stadt. Sie liest statt dessen viel und geht jeden Tag durch unsere Gärten. Auch Frau Rolf sagt auf meine Frage nach dem, was ihr derzeit fehlt: „Die Freiheit. Dass wir wieder hingehen können, wo wir hinwollen.“ Ihr Alternativprogramm ist lesen, fernsehen und vor allem die Sonne genießen und deshalb sitzt sie jetzt auch an der Kräuterschnecke. Frau Kahle hat sich ebenfalls für die Sonne und die Gärten entschieden und vermisst, „dass wir alle zusammen mal wieder zur Kirche gehen können!“ „Herr Bartel, was vermissen Sie am meisten?“ „Boule spielen!“ „Was machen Sie nun stattdessen?“ Antwort: „Boule spielen.“ Klingt unlogisch stimmt aber tatsächlich. Wir haben uns heute morgen Gedanken gemacht, wie man ein sozial distanziertes Boule-Spiel, also eines mit etwas mehr Abstand, organisieren kann und eine Lösung gefunden, in dem wir einfach die Regeln änderten. Zwei Boule-Spieler sitzen mit Abstand voneinander am einen Ende der Bahn, zwei weitere am anderen Ende und das „Schweinchen“ auf das geworfen wird, platziert der Schiedsrichter und Balljunge in der Mitte.

Herr und Frau Hanemann schließlich haben heute ihren 67. Hochzeitstag und ihre Tochter nutzt den Übergabepunkt vor dem Haus, um einen Kuchen zu überbringen. Zwar ist alles anders in diesen Tagen, als es mal war, aber andererseits entwickelt sich langsam auch eine neue Form von Normalität. Der Mensch braucht eben nur ein wenig Zeit, um sich auf eine neue Situation einzustellen. So entwickeln sich zum Beispiel auch neue Traditionen. Gab es bislang zur Osterzeit eine Buchsbaumgirlande, die den Eingang zierte, hat Frau Termer nun einen „Osterbaum“ kreiert. Unter Anleitung von Herrn Reese wurden die Reste der zersägten Maibaumbirke des Vorjahres in Zement gegossen und Frau Weinrich bereitet den Buchsbaumschmuck vor, während Frau Papenberg mir aus dem Gewächshaus Pflanz-Tips für meinen Balkon gibt. Ich solle die Ringelblumen bloß nicht vor den Eisheiligen auspflanzen! Ich werde es trotzdem tun. Schließlich habe ich ja zu Hause keinen Bauerngarten und brauche auch etwas Grün um mich herum.

Dienstag, 30.3,

In den vergangenen Wochen habe ich viel darüber berichtet, wie wir als Einrichtung jeweils auf die sich verschärfende Situation reagierten. Nun ist es Zeit, die Bewohner und Bewohnerinnen zu Wort kommen zu lassen. Ich habe begonnen, mich mit drei Fragen zu ihnen auf den Weg zu machen. Erstens frage ich, was sie besonders in dieser Zeit vermissen, um zu schauen, was wir ggf. versuchen müssen zu kompensieren, wenn es denn geht. Zweitens, frage ich, welche Strategien sie entwickelt haben, um den Tag nun zwar anders als sonst, aber möglichst erfüllt, zu gestalten – auch, um sie durch diese Frage anzuregen, solche Strategien zu entwickeln. Und drittens frage ich, was wir als Haus tun können, um unter den Gegebenheiten sozialer Distanz das Leben zu organisieren.

Natürlich, alle vermissen irgendwie, mehr oder weniger, die Besuche und die meisten auch die täglichen Angebote. Herr Reese bemerkte, er hätte es ja trotzdem gut, denn zusammen mit seiner Frau seien sie zu zweit und es sei doch eigentlich deshalb alles wie immer. Auch Herr Wolter und Herr Falke vermissen Besuche. Beide aber gehen nun häufiger als früher im Haus spazieren und ins Forum, um zu sehen, was so los sei. Herr Wolter hört mehr Radio, Herr Falke macht mehr Kreuzworträtsel. Frau Niehoff sagt, ihr fehle das Kegeln, das Singen, überhaupt die schöne Unterhaltung, die es sonst gäbe, sie gehe aber nun noch mehr spazieren und lese die Zeitung noch intensiver. Auch Frau Reinecke vermisst den wöchentlichen Besuch ihrer Freundin, hat aber einen reichen Fundus an klassischer Musik und Hörbüchern und sagt: „Ich kann mich beschäftigen. Also gar nicht so schlimm. Wir haben so viel Schlimmes in unserem Leben erlebt. Uns kann nichts mehr erschüttern. Uns geht’s hier drinnen doch sehr gut. Wir können froh sein.“

Es ist diese Moral, die unsere Bewohner und Bewohnerinnen in diesen Tagen zeigen, die mich beeindruckt. Es ist wohl so: Wer Krieg und Nachkriegsjahre erlebt hat – große Not und große Entbehrungen – bringt aus der Erfahrung seines eigenen langen Lebens sowohl die angemessene Gelassenheit mit, die Panik verhindert, als auch die Einsicht in die Notwendigkeit von Beschränkungen und die Disziplin die Situation durchzustehen. Gelassenheit, Einsicht in Notwendigkeiten und Disziplin: Drei Dinge, die wir von unseren Bewohnenden lernen können!

Montag, 30.3.

Ein Päckchen landet auf meinem Schreibtisch. Darinnen lauter bunte, selbstgebastelte Blumen. Dazu das Gedicht von Eduard Möricke: „Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.“ Und eine Brief, der uns rührt:

An alle Bewohner und Mitarbeiter.

Meine Töchter Vivien, 8 Jahre, Mathilda, 7 Jahre, und Minna, 2 Jahre, haben für sie alle Blumen gebastelt. Denn wir haben gelesen, dass kein Besuch mehr kommen darf. Darauf haben meine Töchter beschlossen, wir basteln etwas, damit sie nicht mehr traurig sein müssen. Wir hoffen, sie freuen sich und wünschen allen viel Gesundheit.“

Wir erleben Zeiten, in denen sich die Gesellschaft neu in Solidarität und Nächstenliebe übt und von Euch – Vivien, Mathilda und Minna Hirschmann – können wir viel lernen! Danke!

Wir haben uns auch sofort auf den Weg gemacht, um Eure Blumen zu verteilen und als erstes waren wir – und das war wirklich reiner Zufall – bei Frau Marwegen, die sagte, als ich ihr den Brief verlas: „Die kenne ich doch, das waren doch mal meine Nachbarn!“ Während ich diese Zeilen schreibe, werden Eure Blumen nun im Haus weiterverteilt und stiften Freude.

Dank auch an die Firma Biocare! Frau Walter, die uns die Stoffmasken nähte, wurde von ihrer Firma nicht nur freigestellt, sondern diese übernahm auch die angefallene Arbeitszeit.

Knapp zwei Wochen sind es nun noch bis Ostern und manche Angehörige werden sich fragen, „wie werden denn die Bewohner und Bewohnerinnen Ostern verleben, da wir sie nun doch nicht besuchen können?“ Deshalb hier schon mal ein erster Überblick über unsere Planungen: In der Vergangenheit wurde am Karfreitag die Andacht zur Todesstunde von Jahr zu Jahr besser besucht. In diesem Jahr werden wir sie nicht gemeinsam feiern können, halten es aber so, wie auch schon mit der Wochenschlussandacht: Die Andachtstexte finden sich in der Capella und allen die Hilfe benötigen, um diese im Laufe des Tages aufzusuchen, bekommen sie angeboten. Am Samstag vor Ostern haben Bewohner und Bewohnerinnen traditionell die Osterklöben „geflochten“ und das werden sie auch dieses Jahr tun können, allerdings jeweils in den Wohnbereichen, wo sie auch unter Mithilfe der  Mitarbeiterinnen der Hauswirtschaft gebacken werden. Ostersonntag gibt es zunächst ein festliches Osterfrühstück und am Nachmittag für alle Wohngruppen ein Kaffeetrinken vom Feinsten: Die Küche backt Torten und bei schönem Wetter bauen wir in allen unseren Innenhöfen für die Wohnbereiche Kaffeetafeln auf. Am Ostermontagnachmittag gibt es dann „Musik über den Gartenzaun.“ Die Band St.Sixti wird sich in sozial distanzierten Zweiergruppen an den Zäunen rund ums Haus verteilen und in die offenen Fenster und auf die Terrassen und Balkone spielen.

Zudem hoffen wir, Ihnen nach Ostern womöglich ein Angebot machen zu können, Ihre Angehörigen über Skype kontaktieren zu können. Dazu zu gegebener Zeit mehr.

Sonntag, 29.3.

In Zeiten wie diesen ist auch für den Betriebsrat vieles anders als zuvor. Ich befrage den Vorsitzenden des Betriebsrates der Deinerlinde, Volker Ludwig.

Frage: Was macht der Betriebsrat, um mit dieser besonderen Situation umzugehen?

Volker Ludwig: Wir können uns den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vertrauensvoll zur Seite stellen, wenn sie Unsicherheit empfinden und natürlich mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, Abstand voneinander zu halten. Auch die Betriebsratssitzungen haben wir jetzt durch telefonische Absprachen ersetzt.

Frage: Welche Stimmung nimmt der Betriebsrat unter den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wahr?

Volker Ludwig: Die Stimmung ist gut und wir haben gerade jetzt erstaunlich wenige Krankmeldungen. In schwerer Stunde halten alle zusammen und unterstützen die Kollegen. Es wird hoch professionell gearbeitet und alle bleiben dabei doch entspannt und locker.

Frage: Wie erleben Sie persönlich diese Zeit?

Volker Ludwig: Ich erlebe sie als ruhig und habe plötzlich viel mehr Zeit, die ich vorher so nicht hatte.

Sonnabend, 28.3.

Die gute Nachricht des Tages: Die selbstgenähten Masken sind da! Silke Walter, die sonst als Näherin bei der Firma Biocare arbeitet, hat sich freistellen lassen, um für die Deinerlinde Stoffmasken zu nähen, ebenso wie Frau Glenewinkel, die ebenfalls ihre Nähmaschiene in den Dienst der guten Sache stellte. Die Stoffmasken sind zwei- bis dreilagig und werden im Haus künftig desinfizierend gewaschen. Einen unmittelbar positiven Effekt werden sie sicherlich auch stimmungsmäßig für die Bewohner und Bewohnerinnen mit kognitiven Einschränkungen haben: Sahen wir gestern noch alle wie OP-Schwestern und Pfleger aus, muss ich nun beim Anblick der Kollegen und Kolleginnen eher an Micky Maus denken.

Und noch eine gute Nachricht: Gärtnerei Hoffmeister hat uns eine ganze Palette Frühlingsblumen geschenkt, die Herr Reese und Frau Termer im Haus verteilten und die nun auf den Fluren und in den Zimmern Frühlingsfreude verbreiten. Frau Hertrampf erklärte mir, was alles geliefert wurde: Azaleen, Begonien, Primeln, flammendes Kätchen und Hortensien.

Auch für meine Kollegin Lea Reins gab es eine gute Nachricht: Ich konnte ihr mit Klopapier aushelfen. Damit es nicht so wirkt, als stehle sie dieses im Haus, erfolgte die Übergabe auf dem Parkplatz. Bei Rewe in Northeim habe ich heute zudem für sie eine ganze 10-Packung kaufen können. Montag kann sie sie sich wieder aus dem Kofferaum meines Autos holen. Ich hoffe das diese Parkplatzübergaben nicht den Eindruck erwecken, als sei ich ein Klopapier-Dealer.

Wir bemerken zunehmend das Bedürfnis von Angehörigen, den Bewohnerinnen und Bewohnern kleine Aufmerksamkeiten zukommen zu lassen und vermuten, dass dieses Richtung Ostern noch zunehmen wird. Deshalb werden wir die Übergabezeiten ausweiten. Links neben dem Haupteingang unter der Überdachung können kleine Päckchen Montag bis Freitag, von 10.00 bis 12.00 Uhr, und Montag bis Donnerstag, von 14.00 bis 15.00 Uhr, auf der dortigen Bank abgelegt werden. Sie sollten gut verpackt sein und gut leserlich mit dem Namen des Empfängers beschriftet sein. Wir stellen sie dann zu. Bitte achten Sie darauf, dass die Pakete, auch im Hinblick auf die sicherlich in den nächsten Wochen steigenden Temperaturen, keine leichtverderblichen Waren enthalten. Die Zeiten der Wäscheübergabe, für die Angehörigen, die die Bewohnerwäsche gerne selber waschen wollen, ändern sich im Übrigen nicht.

Freitag, 27.3.

Eigentlich ist alles anders, als sonst an einem Freitag Morgen in der Deinerlinde und doch ist es wie immer: Der Marktwagen fährt, allerdings tragen Herr Merkel und Herr Kasper nun Mundschutz, und die Capella ist für die Wochenschlussandacht hergerichtet, allerdings werden die Bewohner und Bewohnerinnen einzeln in die Capella gefahren und die Andachtstexte finden sich auf Aufstellern und in Bilderrahmen.

Zwei der heutigen Andachtstexte aus der Capella der Deinerlinde:

Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. (Hebräerbrief, Kapitel 10, Vers 35-36)

An einer strömungsreichen Stelle irgendwo am Meer fand ich ein Schild, das Schwimmer warnt und ihnen empfiehlt , für den Fall, dass eine Strömung sie erfasst, sich nicht gegen den Sog zu wehren. Die Strömung führe wieder zurück. Man solle seine Kräfte nicht sinnlos verbrauchen, sondern sich vom Wasser selber zurücktragen lassen. Wie muss ein Mensch beschaffen sein, der handeln kann, wie das Schild es rät? Er müsste zunächst wissen, dass das Meer seine Gesetze hat und seine Bewegungen nicht vollkommen unberechenbar und chaotisch sind. Er müsste fähig sein, auf die Durchsetzung seines unmittelbaren Zieles, nämlich jetzt sofort ans Ufer zu kommen, zu verzichten. Er müsste zugeben können, dass er nicht zu allem fähig und nicht ständig Herr seiner Lage ist, dass seine eigenen Kräfte gegen die Gewalt des Meeres lächerlich sind. Er müsste also einen Glauben haben an den Zusammenhang des Ganzen, eine geduldige Hoffnung auf einen guten Ausgang trotz der augenblicklichen Gefahr und die Demut der richtigen Einschätzung seiner eigenen Kräfte. (Fulbert Steffensky)

Donnerstag, 26.3.

Nachdem ich gestern über die ehrenamtlichen Dienste berichtet habe, nun der Vollständigkeit halber die Namen aller, die Blumendienste übernommen haben in alphabetischer Reihenfolge: Herr Barthel, Frau Butzke, Frau Hertrampf, Frau Kahle, Frau Ludwig, Herr Peckmann, Herr Rese, Frau Wedekind, sowie Herr Wolter. Und Herr Schwerdtfeger wird ab heute den Bücherschrank täglich ordnen und aufräumen.

Wie gelingt zwischenmenschliche Kommunikation in diesen Tagen sozialer Distanz? Einen Weg beschreiten wir und Sie gerade in diesem Moment, die Kommunikation über das Internet. Für unsere Bewohner und Bewohnerinnen ist dieses noch kein Weg, den sie in ihrer Biografie erlernt haben. Gut gelingt in diesen Tagen natürlich der persönliche Kontakt über das Telefon und wird ja auch üppig genutzt. Die älteste Form des persönlichen Kontaktes zwischen Menschen, denen die Distanz zwischeneinander das Gespräch verunmöglicht, wird in diesen Tagen aber offensichtlich auch wiederentdeckt – das Briefeschreiben. Auch hier gilt: Wer seinen Briefkasten nicht selber leeren kann oder Briefe vorgelesen bekommen muss, erhält gerne Unterstützung. Angehörige sollten sich in diesem Fall an obige Telefonnummer wenden, um diese Hilfe anzufordern. Von Anbeginn der Hausschließung an hat die Familie eines Angehörigen diesen Weg des „unterstützten Schriftverkehrs“ schon eifrig genutzt, zur Freude des Bewohners, der nun auf diesem Wege regelmäßig Briefe vorgelesen bekam. Und einen weiteren Weg der Kommunikation  mit der Außenwelt gibt es auch noch: Wir hängen ein Plakat ins Fenster, wie Herr Alfus.

Mittwoch, 25.3., 20.30 Uhr

Entschuldigen Sie bitte, dass der heutige Tagesbericht so spät kommt. Um Spekulationen keinen Raum zu geben: Es lag daran, dass ich heute morgen unversehens aus dringenden familiären Gründen nach Hamburg gerufen wurde. Die Bilder haben die Kollegen gemacht und auf der Rückfahrt haben sie mich telefonisch über der Tag unterrichtet. Eines habe ich aber schon bei unserer morgendlichen Besprechung des Begleitenden Dienstes mit Respekt zur Kenntnis genommen: Unsere Bewohner und Bewohnerinnen reagieren auf die Situation fast durch die Bank mit der erstaunlichen Gelassenheit, die man den Kunden und Kundinnen in den Supermärkten vor ein paar Tagen gewünscht hätte.

Was macht man nun denn aber, wenn die Veranstaltungen ausfallen, so auch die Wochenschlussandacht? Herr  Alfus hält sie z.B. jetzt eben selber mit seinem Losungsbuch im Zimmer und betet für alle Menschen innerhalb und außerhalb des Hauses. Herr Meyer macht das, was er immer macht: Er arbeitet im Bauerngarten! allerdings bedauert er, dass er nicht mehr rechtzeitig vor Schließung der Baumärkte die zwei Säcke Blumenerde besorgen konnte, die er so gerne noch gehabt hätte. Nun muss es eben so gehen. Frau Papenberg wiederum hat sich entschlossen jetzt mal ein Puzzel herauszuholen und Herr Merkel übernimmt zusätzlich zu den Diensten, die er ohnehin schon leistet – Marktwagen schieben und Blumen gießen – auch die Aufgabe, morgens die Capella-Tür zu öffnen und das Licht anzumachen und abends die Tür zu schließen und das Licht zu löschen. Ehepaar Teschke schließlich sammelt ab jetzt abends an der Kräuterschnecke die Kissen ein, damit sie nicht wieder vergessen werden und am nächsten Morgen klamm oder naß sind. Und Herr Barthel, rechts im Bild, macht auch das, was er immer macht: Helfen, wo er kann.

Dienstag, 24.3.

Jeden Morgen kommt in der Deinerlinde die Runde der Leitungskräfte zusammen, um gemeinsam zu überlegen, welche Maßnahmen in der derzeitigen Situation tagesaktuell zu ergreifen sind. Die Verantwortung dafür trägt aber letztlich der Heimleiter und Geschäftsführer der Einrichtung. Ich befrage Thomas Koß-Merrettig.

Frage: Wie geht es Ihnen mit der Verantwortung, die Sie derzeit tragen?

Thomas Koß-Merrettig: Als ich mich dafür entschieden habe, Heimleiter zu werden, war mir bewußt, dass ich eine erhebliche Verantwortung tragen werde. Auch wenn wir aktuell eine Lebenssituation haben, die von uns noch keiner erlebt hat, erlebe ich meine persönliche Verantwortung hier nicht anders, als sie sonst bei meinen Aufgaben und Tätigkeiten ist – nämlich als sehr hoch.

Frage: Um Ansteckungen auch zwischen dem Personal bzw. durch das Personal zu verhindern, haben wie eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Können Sie diese grob auflisten?

Thomas Koß-Merrettig: Der Grundsatz heißt, Abstand halten: Betreten der Umkleiden einzeln, einzeln Pause machen, einzeln rauchen gehen, Übergaben mit notwendigem Abstand (1,5 – 2 Meter) einzelne Büronutzung bzw. Trennwände zwischen zwei Schreibtischen. Nur ein Mitarbeiter der Bereiche darf gleichzeitig in die Zentralküche. Mitarbeiter der Zentralküche wiederum verteilen aktuell in den Bereichen nicht das Essen, eine neue Tischordnung in den Wohnküche sorgt wo möglich für mehr Abstand. Die Bewohnenden werden einzeln betreut, Gruppenveranstaltungen abgesagt. Seit heute tragen die Mitarbeitenden einen Mundschutz, wenn sie im direkten Kontakt mit den Bewohnenden sind. Bei notwendigen Besprechungen wird Abstand gehalten.

Frage: Sind wir in der Lage, das derzeitige Prozedere im Umgang mit dem Virus auch über längere zeit durchzuhalten?

Thomas Koß-Merrettig: Ich denke schon! Kompliziert würde es, wenn wir den ersten nachgewiesenen Virusfall in unserem Haus hätten, da dann ganz schnell ein Schneeballeffekt der Ausbreitung entstehen könnte.

Montag, 23.3., 11.00 Uhr

Die Sonne kommt zur rechten Zeit! Um im Falle eines Ausbruches einer Infektion die möglichen Infektionswege zu reduzieren, haben wir uns heute entschieden, keine wohnbereichsübergreifenden Angebote mehr durchzuführen. Stattdessen nutzen wir die Weiträumigkeit des Hauses und der vielen Gärten und da kommt uns die Sonne nur recht. Allen Bewohnern und Bewohnerinnen, die nicht einen selbständigen Spaziergang durch das Haus oder die Gärten machen können, werden wir nun anbieten einen solchen begleiteten Spaziergang mit uns zu machen. Auch wenn im Moment noch ein recht kalter Wind weht, soll es sonnig bleiben und die Temperaturen in den nächsten Tagen ansteigen, so dass wir uns dem genießen des Frühlings widmen können.

Viele Angehörige informieren sich bereits über diese Internetseite. Trotzdem bleiben womöglich Fragen oder Anliegen, die sich nur im persönlichen Gespräch klären lassen. Hierfür steht den Angehörigen von 10.00 bis 17.00 Uhr die Telefonnummer 05561/935179 zur Verfügung. Bitte benutzen Sie auch nur diese Telefonnummer und sehen Sie von direkten Anrufen auf den Wohnbereichen hab, da zu häufige externe Anrufe einen sorgfältigen Pflegeablauf gefährden. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die Sie unter obiger Telefonnummer erreichen, werden bei Bedarf gerne den Kontakt zu den Pflegekräften herstellen. Direkte Anliegen an die Verwaltung richten Sie bitte weiterhin an die zentrale Telefonnummer 05561/93510.

Auch die Kinderbetreuung für die Kinder der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen läuft weiter. Zeit, die in Ausbildung befindlichen Erzieherinnen, zu Wort kommen zu lassen, um sie ein erstes Resümee ziehen zu lassen. Die Fragen stellt Hellevi Fucke, die als ausgebildete Erzieherin das Projekt koordiniert.

Frage: Ihr macht diese Arbeit jetzt die zweite Woche. Was hat euch bewegt, hier in der Deinerlinde diese Aufgabe zu übernehmen?

Nele: Ausgehend von unserem Freitagsprojekt hier in der Deinerlinde sind wir gefragt worden, ob wir diese Aufgabe übernehmen wollen. Es macht sich gut in Bewerbungsgesprächen, wenn man schon praktische Erfahrungen gesammelt hat, also die Möglichkeit hatte, sich mit Kindern auszuprobieren.

Anna: Und es ist schön ist, dass man in der besonderen Zeit, die wir jetzt haben, die Möglichkeit hat, etwas Gutes zu tun und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Sicherheit geben kann.

Frage: Wie war die erste Woche?

Lisa: Ich fand sie super. Wir haben schon Erfahrungen in anderen Kindertagesstätten gesammelt und hier können wir nun selbständig entscheiden und dabei unsere Fantasie freien Lauf lassen.

Frage: Was bedeutet die Erfahrung hier für euren zukünftigen Beruf?

Anna: Wir haben hier gelernt Verantwortung zu  übernehmen. Wir mussten selber Entscheidungen treffen. Wir nehmen viele Erfahrungen mit und sammeln schöne Momente.

Frage: Was können Kitas vom „Lümmelland“ lernen?

Nele: Dass man uns Auszubildenden mehr zutraut und uns selbständiger arbeiten lässt.

Die vierte im Bunde, Evin Akay, fehlt leider beim Interview und auf der Bilderleiste rechts, denn sie wohnt in Göttingen und ab heute stehen ihr die Züge nicht mehr zur Verfügung, die sie bislang in die Deinerlinde brachten. Aber auch ihr gilt unser ganz herzlicher Dank!

Sonntag, 22.3.

Auch Frau Houlgatte, unsere Pflegedienstleitung, hatte viel zu organisieren in diesen Tagen. Ich frage sie nach ihrer Sicht der Dinge.

Frage: Frau Houlgatte, Sie haben sich das Bild von der „Deinerlinde als Insel“ zu eigen gemacht. Warum?

Nadeschka Houlgatte: „Draußen“ erlebe ich ein Klima der Unsicherheit und wenn ich das Verhalten mancher Menschen, z.B. in den Supermärkten sehe, scheinen sie geradezu in Panik zu verfallen. Aber wenn ich hier zur Arbeit in die Deinerlinde komme, dann fühle ich mich sicher. Es herrscht eine ruhige Atmosphäre. Ich erlebe die Bewohner und Bewohnerinnen als entspannt und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen leben ihren normalen Arbeitsalltag. Sie geben täglich ihr Bestes, um die Bewohner ohne Einschränkungen zu versorgen.

Frage: Sie machen ja die Dienstpläne für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Pflege. Üblicherweise gilt: Ein halbes Jahr ist Schnupfenzeit und das andere Halbjahr Urlaubszeit und eigentlich nie Normalität. Wie sieht es denn in diesen Zeiten aus?

Nadeschka Houlgatte: Wie immer, nein, eigentlich sogar besser als sonst. Wir haben wenig Krankheitsausfälle und das entspannt die Dienstplanung. Zudem stehen uns nun auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der geschlossenen Tagespflege zur Verfügung, die uns tatkräftig unterstützen.

Frage: Gesundheitsminister Spahn hat angekündigt, die verpflichtende Fachkraftquote auszusetzen. Welche Bedeutung hat das für uns?

Nadeschka Houlgatte: Aktuell keine. Derzeit haben wir nicht nur keine Probleme die Fachkraftquote zu erfüllen, sondern übertreffen diese. Darüberhinaus haben wir absolut motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die schon von sich aus angeboten haben, zusätzliche Dienste zu leisten, wenn sich die Situation verschärfen sollte. Dafür bin ich sehr dankbar und der Zusammenhalt aller Berufsgruppen hier im Haus wird uns dabei helfen, diese Zeiten zu meistern.

Samstag, 21.3.

Ich befrage Beate Baye, Wohnbereichsleitung im Waldviertel.

Frage: Wie lange sind Sie schon im Beruf?

Beate Baye: Seit 26 Jahren arbeite ich als examinierte Krankenschwester und seit sieben Jahren bin ich in der Deinerlinde.

Frage: Was ist anders in diesen Tagen?

Beate Baye: Man wird bei der täglichen Arbeit noch umsichtiger und bedachter und hinterfragt das eigene Tun und die eigenen Entscheidungen mehr.

Frage: Und wie ist es mit der eigenen Stimmung?

Beate Baye: Ich versuche ruhig zu bleiben; bedacht und überlegt zu handeln.

Frage: Wie hat die Situation ihr Privatleben verändert?

Beate Baye: Ich besuche meinen alten Schwiegervater nicht mehr täglich, sondern stelle ihm nur noch alle zwei Tage das Essen hin. Und es gibt keine Umarmungen mehr und keine Küsse.

Frage: Was gibt Ihnen Kraft?

Beate Baye: Ich vertraue darauf, dass unser System stark genug ist, um diese Probe zu meistern.

Freitag, 20.3.

Predigttext der Wochenschlussandacht

Ich lese aus dem 2. Timotheus-Brief, Kapitel 1, Vers 7: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Manche Menschen haben Angst in diesen Tagen. Angst vor dem Coronavirus und seiner Ausbreitung. Was Angst mit Menschen macht, verrät uns die Sprache:

Angst lähmt, heißt es. Statt auf die Herausforderungen zu reagieren, halten Menschen starr bis starrsinnig an Gewohnheiten fest. Angst macht blind, sagt man. Statt gutem Journalismus zu vertrauen – ARD, ZDF, seriösen Tageszeitungen – wird Gerüchten geglaubt und werden ungeprüft Falschmeldungen weitergeleitet. Und man kann verrückt werden vor Angst, sagt man. Deshalb hamstern Menschen und plötzlich fehlt das Klopapier in den Supermärkten, obwohl genug für alle da wäre. „Angst essen Seele auf“, hieß mal der Titel eines Filmes.

Anders ist es mit der Furcht. Furcht schaltet den Verstand nicht aus. Sie hat ein konkretes Gegenüber – das wovor man sich fürchtet. Furcht schaut der Gefahr ins Gesicht und bewertet sie. Furcht hatten auch die ersten Christen. Zurecht! Es war die Zeit der Christenverfolgungen. Ihnen drohte schlimmstenfalls der Tod, sollten sie sich zu ihrem Glauben bekennen. Ihnen nun sagt Paulus diesen Satz: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Dieser Satz kommt nicht als Zuspruch oder als Bitte daher, sondern als Behauptung. Und tatsächlich: Er hat sich als wahr erwiesen. Hätten die ersten Christen in einem Geist der Furcht gelebt, gäbe es das Christentum heute nicht. Manche von ihnen starben, ja. Aber mit Kraft, Liebe und Besonnenheit haben sie standgehalten, während das sie verfolgende römische Reich schließlich zerfiel.

Auch wir müssen heute standhalten und der Satz des Paulus gilt heute uns. Wir werden diesem Virusgeschehen nicht mit einem Geist der Furcht begegnen, sondern mit Kraft, Liebe und Besonnenheit. Und das wir das können, haben wir diese Woche bewiesen. Obwohl es Kraft verlangte, haben wir doch geradezu mit Leichtigkeit unser Haus isoliert und fast alle Abläufe neu geordnet. Im Geist der Liebe sorgen wir dafür, dass niemand alleine bleibt und ohne Zuspruch. Mit Besonnenheit haben wir unser miteinander leben sicherer gemacht, ohne es zu ersticken. Wie auch immer sich diese Krise entwickelt – und sie wird uns noch lange begleiten – was für einschneidende Maßnahmen sie auch immer noch verlangen wird, was für Leiden sie auch mit sich bringen mag: Wir werden ihr begegnen: Nicht  mit einem Geist der Furcht, sondern einem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Amen

Donnerstag, 19.3., 10.30 Uhr

Aus der Not eine Tugend zu machen, ist die Aufgabe der Stunde. So haben wir beschlossen die Größe unseres Forums zu nutzen, um bei den Angeboten einen zusätzlichen Sicherheitsabstand zwischen unseren Bewohnern und Bewohnerinnen zu schaffen. Deshalb finden gut besuchte Veranstaltungen jetzt einfach drei Mal statt, um so die Teilnehmendenzahl zu dritteln und den Abstand zueinander so zu verdreifachen. Auch die Wochenschlussandacht wird es jetzt einmal für die Bewohnenden des Blumenhauses um 10.00 Uhr, für das Gartenviertel um 10.45 Uhr und für das Waldviertel um 11.30 Uhr geben. In jeder Hinsicht erweist sich die Weitläufigkeit der Deinerlinde, sowohl bezogen auf das Haus, vor allem aber auch bezogen auf die vielen Höfe und Gärten als Geschenk, das wir nun zu nutzen wissen.

Donnerstag, 19.3., 8.00 Uhr

Jedes Jahr Mitte März ist Marktwagenfest. Wir freuen uns darüber, dass unserer rollender Supermarkt, den Bewohnern und Bewohnerinnen jeden Freitag zur Verfügung steht und sie dort die Dinge des täglichen Bedarfes und zudem alles, was sie vorher bestellt haben, einkaufen können. Seit einigen Jahren schon begehen wir den Tag, indem es für alle im Haus – Bewohnende wie Mitarbeitende – Hot-Dogs  bzw. vegetarische Hamburger gibt; sei es auf den Wohnbereichen, im Forum oder dieses Jahr auch im „Lümmelland“, unserem Café, in dem derzeit die Kinder betreut werden. Und der Marktwagen selber ist bestückt mit Cola und Fanta. Zugegeben, es wirkt ein wenig amerikanisch, aber zumindest gibt es mal was anderes zu trinken, als die übliche Apfelschorle.

Natürlich geht auch der Marktwagenalltag weiter und damit der Marktwagen morgen wieder das Haus beliefern kann, steht unserem Mitarbeiter Tobias Fender heute eine besondere Herausforderung bevor: Der Einkauf! Schon sonst zog der beladene Einkaufswagen für die Deinerlinde interessierte Blicke anderer Kunden auf sich. Heute aber, da bin ich mir sicher, werden sich die Leute fragen, was das denn für ein junger Mann ist, der offensichtlich Damenstrumpfhosen und Haftcreme in großer Menge hamstert.

Zum Thema hamstern: Auch unsere Bewohner und Bewohnerinnen hamstern anscheinend. Nämlich Angebote. Selten kamen so viele zum Kegeln oder zur Gymnastik. Da absehbar ist, dass auch das Interesse an der Wochenschlussandacht ungebrochen sein wird, werden wir deshalb die Andacht in der Capella am Freitag zwei Mal feiern, damit die Bewohner und Bewohnerinnen nicht zu eng beieinander sitzen müssen.

Mittwoch, 18.3.

Als vor zwei Jahren in der Noro-Virus-Saison überall in den Schulen und Pflegeeinrichtungen die Magen- und Darm-Grippe grassierte, kam die Frage auf: Warum nicht auch in der Deinerlinde? Weil wir Glück hatten vielleicht, sicherlich aber auch, weil wir Hauswirtschaftsleitung Elke Volger als Hygienebeauftragte haben. Von ihr will ich wissen, wie sie die Situation in der Deinerlinde zum heutigen Tag einschätzt.

Frage:          In den Zeitungen war zu lesen, dass es in den Kliniken vereinzelt zu vorübergehenden Engpässen bei notwendigen Hygieneartikeln kam. Wie  sieht es in der Deinerlinde aus?

Elke Volger: Wir sind gut aufgestellt, dank durchdachter Lagerhaltung. Der Bestand an Schutzkitteln, Desinfektionsmitteln, Handschuhen ist bei unserem aktuellen Bedarf absolut ausreichend.

Frage:      Haben wir denn aktuell noch mit der saisonalen Grippewelle zu tun?

Elke Volger: Nein, Grippefalle sind mir in unserem Hause nicht bekannt und sogar den für diese Jahreszeit üblichen Schnupfen und Husten beobachten wir derzeit kaum mehr. Vielleicht ist auch dieses eine Folge unserer derzeiten sorgsamen Hygienemaßnahmen.

Frage:      Wir haben uns nach außen bestmöglich abgeschottet und befolgen nach innen die Hygienerichtlinien des Robert-Koch- Institutes und die Anweisungen des Landkreises. Fehlt noch was?

Elke Volger: Wir schützen unsere Bewohner und Bewohnerinnen und damit ja auch uns bestmöglichst. Nein, ich glaube derzeit kann man nicht mehr tun.

Frage: Noch eine letzte Frage an Sie ganz persönlich. Wieviel Klopapierrollen haben Sie aktuell zu Hause?

Elke Volger: (lacht) Also ich schätze mal so neun. Und das müsste auch für die nächsten drei Wochen reichen.

Nicht nur für Frau Volger waren die letzten Tage eine Herausforderung, sondern für alle Mitarbeitenden im Haus. Ich frage die stellvertretende Heimleitung, Martina Weitze, nach dem Stand der Dinge.

Frage:     Frau Weitze, wie haben Sie die letzten Tage erlebt?

Martina Weitze: Als eine Zeit hoch konzentrierter Arbeit in der gute Informationen und schnelle Entscheidungen gefragt waren und wir alle gefordert waren, dabei doch mit Ruhe und Bedacht umzusetzen, was nun umzusetzen war.

Frage:     Gerade das Besuchsverbot für Angehörige war ja eine einschneidende Maßnahme. Ich hörte, vor einigen Tagen sei in der Zeitung zu lesen gewesen, ihnen drohe nun deshalb Vereinsamung; gar von Suizidgefahr soll die Rede gewesen sein.

Martina Weitze: Natürlich bedauern unsere Bewohner und Bewohnerinnen, dass sie ihre Angehörgen nun für längere  Zeit nicht sehen können. Aber damit sie eben nicht vereinsamen, führen wir das interne Deinerlindeleben so weiter, wie früher. Die täglichen offenen Angebote finden wie gewohnt statt, geplante Feste, wie das Markwagenfest, werden durchgeführt und unsere Besuche auf den Zimmern verstärkt.

Frage:      Welche personellen Ressourcen haben wir denn, um das Angebot aufrecht zu erhalten und ggf. sogar auszuweiten?

Martina Weitze: Da der Landkreis verfügt hat, dass Tagespflegen, bis auf eine Notversorgung, die bei uns nicht in Anspruch genommen werden musste, zu schließen haben, stehen uns die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nun als Personalreserve zur Verfügung. Das gibt uns natürlich in diesen Tagen eine große Sicherheit und läßt uns an dieser Stelle auch erst einmal gelassen in die nähere Zukunft blicken.

Frage:      Wäre es nicht besser alle internen Veranstaltungen abzusagen?

Martina Weitze: Nein, die Beohner und Bewohnerinnen in ihren Zimmern zu vereinzeln, wäre absolut unangemessen und würde den oben gennnten Befürchtungen Recht geben. Aber derzeit sind wir nach außen so gut es geht isoliert und haben intern keine Krankheits- oder Verdachtsfälle. Sobald sich das ändern würde, wären wir in der Lage, von jetzt auf gleich ganze Wohnbereiche und einzelne Bewohner und Bewohnerinnen zu isolieren und würden dies auch sofort tun.

Dienstag, 17.3.

Die gute Nachricht aus der Deinerlinde: Wir haben keinen Virus – wir haben Frühling! Das Wetter ist in diesen besorgten Tagen ein Geschenk. War es morgens noch etwas frisch, und unsere Bewohner und Bewohnerinnen vergnügten sich wie jeden Dienstag im Forum bei Karten und Brettspielen, so gab es am späten Vormittag kein Halten mehr. Die Kräuterschnecke lockte und es wurden die ersten Boule-Kugeln des Jahres geworfen.

Auch in der Apfelallee stimmte man sich schon auf den Frühling ein und säte in Pflanzgefäße, um Blumen und Gemüse vorzuziehen. Derweil zeigen die Büsche im Bauerngarten erste Knospen, die Zierkirsche im Maronenhof erblüht und rund um das Haus zeigen sich die Osterglocken, die wir in den vergangenen Jahren in die Erde gesteckt haben. Mehr denn je erweist sich, was für eine Gnade es ist, dass wir so wunderschöne Gärten haben. Der Garten am Fischteich lockt zum flanieren, im Bauerngarten beginnt die Arbeit, an der Kräuterschnecke wird Kaffee getrunken und Boule gespielt und auf den Terrassen und Balkonen wird sich gesonnt. Die Herausforderung für den Nachmittag deshalb: Alle, die sich noch nicht an die Sonne locken ließen, zu überzeugen, doch die Nase mal in die Sonne zu halten, denn nichts tut in diesen Tagen dem Körper und der Seele besser, als Sonne und frische Luft.

Montag, 16.03.

Nun ist es also soweit. Die Verfügung des Landkreises ist in Kraft: Nur noch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie medizinisch-therapeutisches Personal und unbedingt notwendige Dienstleister dürfen das Haus betreten. Die erstaunlichste Erfahrung machten wir gleich zu Beginn: Unsere Bewohner und Bewohnerinnen nehmen es mit Gelassenheit! Aber schließlich haben sie in ihrem langen Leben auch schon so manches erlebt und ein wenig froh sind sie zudem, denn sie wissen: Die Abschottung nach außen dient ihrem Schutz. So sahen es auch die wenigen Angehörigen, die persönlich vorbeikamen, um noch dies oder das zu bringen, und zeigten Verständnis in die Notwendigkeit der Maßnahme.

Für solche „Überbringungen“, wie zum Beispiel Wäsche oder Ähnliches, hat die Deinerlinde übrigens am Eingang nun auch einen regelmäßigen Wäscheübergabepunkt eingerichtet: Jeweils montags und donnerstags kann zwischen 10.00 und 12.00 Uhr dort die Wäsche abgegeben, bzw. gebracht werden. Die Beschränkung auf diese beiden Zeitkorridore soll bewirken, dass nicht zuviel Zeit für Hol- und Bringdienste benötigt wird.

Zwei Kraftakte galt es am Vormittag noch zu bewältigen. Zum Einen: Der Frühling kam über Nacht, die Sonne scheint, die Temperaturen klettern und wir haben uns entschlossen von jetzt auf gleich die Kräuterschnecke wieder für das Sonnenbaden und Boulespielen herzurichten. Binnen des Vormittags gelang’s. Das Mobiliar steht, die Sonnenhüte liegen bereit und die Boulebahn ist frisch präpariert. Das Wetter soll schön bleiben und wir werden versuchen, am morgigen Vormittag möglichst viele Bewohner und Bewohnerinnen in die Sonne zu locken.

Die andere Herausforderung: Um optimale Pflege zu gewährleisten, brauch es einen optimalen Personalpool. Da aber die Schulen und Kitas geschlossen sind und die Notgruppen nur unter ganz besonderen Bedingungen zur Verfügung stehen, standen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor der Frage: Wie soll ich mein Kind zu Hause betreuen und gleichzeitig in der Deinerlinde arbeiten. Deshalb ging heute morgen unsere Deinerlinde Kinderbetreuung an den Start. Das Café wurde für die „Lindenlümmel“ zur Spieloase umgestaltet. Durch einen separaten Eingang können die Kinder das „Lümmelland“ betreten, haben dort eigene Toiletten und eine eigene Küche mit eigenem Geschirr, so dass kein Kontakt zur übrigen Deinerlinde besteht. Lediglich das Essen bekommen sie aus der Deinerlindeküche geliefert. Auch die sie betreuenden Mitarbeiterinnen betreten das Haus nicht mehr. Und wer betreut sie nun? Ehrenamtlich konnten eine Erzieherin und vier Schülerinnen gewonnen werden, die gerade ihre Ausbildung zum Erzieherberuf absolvieren und die Deinerlinde schon kennen, da sie in ihr bislang ihr schulisches „Freitagsprojekt“ durchführten.

Was planen wir für heute Nachmittag? Sonnen und Boule spielen an der Kräuterschnecke, Ostern vorbereiten in der Kreativgruppe und entspannender Musik in der Capella lauschen.

So wissen Sie also schon mal, wie es uns in den ersten Stunden auf unserer Deinerlindeinsel erging. Sollten ihre Angehörigen übrigens den Wunsch haben, Sie anzurufen, kommen aber mit dem Telefon nicht zurecht, steht der Begleitende Dienst gerne zur Verfügung und stellt den Kontakt her. Die Bewohner und Bewohnerinnen kennen es ja übrigens von früher: Das Fräulein vom Amt.

Auch Ihnen wünschen wir einen entspannten Tag!

Ab jetzt besteht auch die Möglichkeit, die Bilder durch Anklicken zu vergrößern.

Früher … und heute!

… auch in dieser Hinsicht machen wir uns keine Sorgen, verraten aber nicht, wo wir es lagern…

Und dann gab es auch noch tollkühne Männer zu bewundern…