„Linden-Capella“ eingeweiht

In einem festlichen ökumenischen Prozessionsgottesdienst wurde am Sonntag, dem vierten Advent, die neue „Linden-Capella“ eingeweiht. 120 Senioren, Angehörige, Mitarbeiter und Gäste zogen in einer Prozession durch den neuen Andachtsort, der nicht nur den Christen eine Kapelle, sondern ebenso Menschen anderen Glaubens Ort des Gebetes, sowie Nichtgläubigen ein Ort sein soll, der die Erfahrung von Spiritualität und Transzendenz ermöglicht. Das Wort „Capella“ stammt aus dem lateinischen und heißt auf Deutsch „Mäntelchen“. Mit Capella bezeichnete man ursprünglich den Mantel des Heiligen Martin von Tours. Sein Mantel be gleitete im Mittelalter die fränkisch – merowingischen Könige als Reliquie auf ihren Reisen von Königspfalz zu Königspfalz. Die Räume, in denen er dort Aufbewahrung fand, wurden bald ebenfalls als Capella bezeichnet. Das deutsche Wort Kapelle hat hierin seinen Ursprung. „Wie ein Mantel soll dieser Ort Schutz bieten und man sich in ihm wohlfühlen können. Man soll hineinschlüpfen können, egal wer man ist und was man glaubt“, so Altenheimseelsorger und Diakon Volker Lemke, in seiner Predigt. Vier Jahre lang hatte das Planungsteam am Konzept der Capella gearbeitet, Spender für die Finanzierung gewonnen und sich um Künstler bemüht, die sie gestalten sollten. Besonderen Wert wurde auf die anspruchsvolle Innenausstattung gelegt. Für ihre Anfertigung konnte der Fredelsloher Holzgestalter Manfred Kraus-Schelle gewonnen werden, Er schuf für die Deinerlinde aus einer über einhundert Jahre alten Linde zum Einen einen Altar, sowie zum Anderen einen Gedenkort, auf dem künftig die Namen der Verstorbenen Bewohner ihren Platz finden werden. Für die Gestaltung der Fenster nahm das Planungsteam Kontakt zu einem der führenden Glasgestalter Deutschlands, Günter Grohs aus Wernigerode, auf, der bereits im ganzen deutschsprachigen Raum Kirchen gestaltet hat und derzeit Kirchenfenster für den Verdener Dom anfertigt. Nun hat das Leben in der Capella begonnen: ihre Tür ist jederzeit geöffnet und lädt somit ein, in der Capella Ruhe und Andacht zu suchen und zu finden. Drei Mal am Tag erklingt in ihr sakrale, meditative oder klassische Musik; jeden Freitag wird von jetzt an in ihr die Wochenschlussandacht gefeiert und jede Woche wird in ihr Reproduktion eines bedeutenden Kunstwerkes von der Renaissance bis zur Moderne ausgestellt, um zur Betrachtung und Auseinandersetzung einzuladen. Dem Anspruch der Capella, alle Sinne anzusprechen und allen Glaubensrichtungen offenzustehen, entsprach auch das Geschenk, das die Superintendentin des Ev.-luth. Kirchenkreises Leine-Solling, Stephanie von Lingen, bei ihrem Grußwort überreichte: eine vom jüdischen Künstler Marc Chagall illustrierte Bibel.
2018-01-31T07:40:35+00:00